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15.05.2012 - Brüten sie doch noch?
Bei den zuletzt im Kreis Gifhorn eingetroffenen Paaren in Vorhop und nun auch noch in Bergfeld und Weyhausen/Süd sowie dem Zweit- und Drittpaar auf dem Gelände des NABU- Artenschutzzentrums Leiferde zeigt sich, dass es wohl trotz Paarung, Nestausbau und zeitweise längeren Sitzens im Nest in diesem Jahr nicht mehr zu einer Brut kommen wird. Wahrscheinlich ist zumindest ein Partner noch zu jung. Wenn sie im nächsten Jahr wiederkommen sollten, sind die Chancen ungleich größer.
Im Kreis Celle hat es einen so starken Einflug junger Nichtbrüterpaare nicht gegeben. Alle dreizehn Paare brüten.
11.05.2012 - Und die anderen?
Die Natur hat es so eingerichtet, dass die Weißstörche mit 3-5 Eiern im Schnitt erst mal in Vorlage treten. Nahrungsbedingungen, Erfahrung der Eltern und Witterung entscheiden dann, wie viele der Jungen flügge werden. Bei guten Bedingungen sind dies mehr, bei schlechten weniger. Im Schnitt sind es 2 - 2,5 flügge Junge pro Paar. Was aber geschieht bei dieser natürlichen Auslese mit den anderen, die ja zunächst auch geschlüpft waren?
Die meisten sterben im Nest. Anschließend werden sie von den Eltern tot abgeworfen oder - bis zu einem Alter von ca. 10 Tagen - gleich aufgefressen. Dank immer mehr auf Storchennester gerichteter webcams wird ein solches Geschehen immer häufiger beobachtet. Es wird als Kronismus bezeichnet. Manchmal töten Storcheneltern Junge selbst, zuweilen werfen sie auch mal einen lebend ab. Durch solche Reduzierungen erhöhen sich die Chancen der übrigen, durchzukommen. Das alles darf natürlich nicht nach menschlichen Maßstäben beurteilt werden. Storcheneltern kennen ihre Jungen nicht persönlich. Das ist anders als bei Koloniebrütern wie Seevögeln und Pinguinen, bei denen der persönliche Eltern-Kind Kontakt überlebensnotwendig ist , Storchenjunge sind darum auch problemlos austauschbar. Junge, die sich z.B. aufgrund von Schwäche "unnormal" verhalten, sind für die instinktgesteuerten Eltern oft keine "richtigen" Jungen mehr, und tote erst recht nicht.
In dieser Brutperiode wurde mir bisher zweimal gemeldet, dass ein Junges von einem Elternteil verzehrt wurde: In Leiferde (GF) war es von den vieren das wesentlich kleinere Nesthäkchen, in Altencelle (CE) eins der beiden erstgeschlüpften von insgesamt fünf.
10.05.2012 - Kann es jetzt noch klappen mit der Brut?
Die drei zuletzt im Kreis Gifhorn eingetroffenen Paare (Vorhop, Leiferde II und III) zeigen zwar Paarungs- und Nestbauaktivitäten, brüten aber nicht. Ist dies noch möglich? Möglich ist es, doch sinkt die Wahrscheinlichkeit von Tag zu Tag. Oft ist dabei mindestens ein Partner noch zu jung.
Ein viertes Paar übernachtet seit einigen Tagen auf einer Feuerwehrsirene im Bereich Weyhausen/Ost, steht aber auch zuweilen auf der Nisthilfe in den Wiesen Weyhausen/Süd. Ein weiteres Paar hielt sich kurzfristig auf einer Nisthilfe in Brechtorf/Nähe Gaststätte auf. Es ist also immer noch Bewegung in der Storchenszene.
Die zuvor eingetroffenen Paare in Hülperode, Knesebeck, Neudorf-Platendorf und Jembke (GF) und Wolthausen (CE) brüten inzwischen. Das junge Paar auf der gekappten Eiche in Eicklingen ((CE) ist nach knapp zwei Wochen weiter gezogen.
08.05.2012 Feuerwerk - Aufklärung:
Inzwischen hat sich herausgestellt: Das Ordnungsamt der SG Meinersen hatte zwei Feuerwerke unmittelbar neben dem Storchennest in Ahnsen genehmigt - an die Störche hatte dabei aber niemand gedacht. Nach Abbrennen des ersten Feuerwerks am 28.04. wurde das Ordnungsamt sofort in Kenntnis gesetzt, dass hier ein gravierender Verstoß gegen Naturschutzbestimmungen erfolgt war. Dennoch wurde das zweite Feuerwerk "aufgrund von Kommunikationsproblemen" nicht abgesagt und fand am 5. Mai statt. Nach Alarmierung der Polizei und umfassenden Protesten von storchenfreundlichen Bewohnern Ahnsens hat sich heute auch die regionale Presse des Geschehens angenommen. In der SG gab es inzwischen eine Krisensitzung. Der Fehler wurde zugegeben - und der Bürgermeister erklärte, künftig jegliches Feuerwerk "in der Setz- und Brutzeit " zu untersagen.
Im Nest auf dem Schornstein wird weiter gebrütet. Ob die Embryonen durch die Abwesenheit der Eltern abgestorben sind, wird sich in drei Wochen zeigen. Dann müssten die Jungen schlüpfen.
Übrigens: das Ahnsener Storchenmännchen DEW 1X803 müsste nach menschlichen Maßstäben jetzt schon zum vierten Mal traumatisiert worden sein. Als Jungstorch in Knesebeck starben 2004 seine beide Eltern durch Blitzeinschlag neben dem Nest. 4 Jahre danach gab es ein heftiges Gewitter mit Blitzeinschlag in Nestnähe in Ahnsen, wo nun DEW 1X803 selber Brutstorch war. Das Weibchen lag dann am nächsten Morgen tot auf dem Dach unter dem Nest. Das Männchen überlebte, und geriet nun zweimal in ein Raketenfeuerwerk.
Am Samstag, dem 05.05.2012...
fand gegen 22.00 Uhr in Ahnsen unmittelbar neben dem Storchennest ein Feuerwerk statt. Beim Explodieren der ersten Böller und Raketen verließen beide Störche, die seit ca 10 Tagen brüten, das Nest. Gegen Mitternacht stand dann zumindest ein Storch wieder auf dem Nest. Ob die Embryos nun abgestorben sind, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Wenn die Eier bei 9° stundenlang unbebrütet bleiben, kann das in Ahnsen nun durchaus so passiert sein.
Der sofort herbeigerufenen Polizei erklärten die Veranstalter des Feuerwerks, sie hätten dazu die Erlaubnis vom Ordnungsamt der SG Meinersen. Kaum glaublich, aber wahr: bereits eine Woche zuvor war an gleicher Stelle ebenfalls ein Feuerwerk abgebrannt worden. Das unverzüglich darüber in Kenntnis gesetzte Ordnungsamt versprach, sich der Dinge anzunehmen - mit welchem Erfolg, sieht man ja.
Vielleicht hat das Ordnungsamt tatsächlich eine oder gar zwei Erlaubnisse zum Feuerwerk neben dem Storchennest gegeben. Das wäre ein schwerer Verstoss gegen geltende Naturschutzbestimmungen. Auf jeden Fall hätte das Ordnungsamt nach der Anzeige des ersten Feuerwerks alles tun müssen, um ein erneutes Feuerwerk zu verhindern. Es kann natürlich auch sein, dass die Veranstalter gar keine Erlaubnis hatten - auch dann hätte das Ordnungsamt sofort eingreifen müssen, nachdem es davon in Kenntnis gesetzt wurde.
In jedem Fall: es ist ein Skandal, was da in Ahnsen passiert ist !
03.05.2012 Störche im Anflug:
Zur Zeit ist weiter viel Bewegung an der Storchenfront. Zum einen versuchen immer noch meist jüngere Paare, sich anzusiedeln, obwohl es mit einer Brut in den meisten Fällen wohl noch nicht klappen wird. So ist im Kreis Celle außer dem Paar auf der gekappten Eiche in Eicklingen (die anderen beiden Schlafgäste sind weiter gezogen) inzwischen auch seit einer Woche ein Paar auf der Nisthilfe in Wolthausen.
Im Kreis Gifhorn versuchen gleich zwei weitere Paare, sich neben dem etablierten Paar auf dem Schornstein ebenfalls auf dem Gelände des NABU-Artenschutzzentrums Leiferde anzusiedeln. Das Paar in Knesebeck ist geblieben, seit drei Tagen ist nun auch ein Paar in Kaiserwinkel.
Es gibt aber auch noch viele durchziehende Störche. So konnte ich vor zwei Tagen beim Pflügen auf einem Acker in Beedenbostel (CE) gleich sechs Störche beobachten. Einer war beringt - vor zwei Jahren von mir in Winsen/Aller. Zwischen Winsen und Oldau hielten sich gleich acht Störche auf. In diesen Fällen handelt es sich um junge Übersommerer, die je nach Nahrungsangebot in wechselnden Gruppen mal hier, mal dort auftauchen.
Insgesamt kann man jetzt schon sagen, dass das vorjährige Rekordergebnis mit 495 Paaren in Niedersachsen noch deutlich übertroffen wird.
02.05.2012 Zuzug aus dem Osten:
In den letzten zwölf Tagen haben sich in meinen Betreuungsgebieten Celle und Gifhorn vier junge Weißstörche mit Hiddenseering angesiedelt, die aus vier verschiedenen neuen Bundesländern stammen: Im Kreis Gifhorn in Parsau/Ort: DEH H 7146, beringt 2009 in Dreilützow (Ludwigslust), M.V., in Knesebeck: DEH H 8901, beringt 2009 in Oberglauchau, Sachsen. Im Kreis Celle in Ahnsbeck: DEH H 8270, beringt 2009 in Magdeburg-Prester, S.A.; in Eicklingen: DEH H 8383, beringt 2008 im Storchendorf Rühstädt, B.B.. Erstmals brütet auch DEH H 4377 in Giebel Gem. Parsau (GF), beringt 2006 in Schartow, M.V., die ich 2010 schon mal als Nichtbrüterin in Kaiserwinkel abgelesen habe.
Dem gegenüber waren im letzten Jahr nur zwei Brutstörche aus den neuen Bundesländern: DEH H 788 in Hornbostel (CE) und DEH H 3671 in Triangel (GF). Beide sind auch in diesem Jahr wieder da.
Die Steigerung von zwei auf sieben Brutstörche aus den neuen Bundesländern in einem Jahr ist schon bemerkenswert. In wieweit eine ähnliche Entwicklung auch in anderen ehemals grenznahen alten Bundesländern erfolgt ist, wird sich im Laufe der Saison zeigen.
30.04.2012 Vier auf einem Baum:
Heute vormittag kam aus Eicklingen (CE) die Nachricht, dort würden seit ca. einer Woche zwei Störche versuchen, auf einer gekappten Eiche ein Nest zu bauen. Seit kurzem seien zuweilen sogar vier Störche da. Vor Ort zeigte sich: Störche waren nicht anwesend. Allerdings zeugten eingetragene Zweige durchaus von einem Nestbauversuch. Am Abend gegen 21.00 Uhr bot sich mir dann dieses Bild. Neben dem begonnenen Nest standen zwei Störche, zwei weitere auf anderen gekappten Ästen. Offensichtlich wollten alle hier übernachten. Einer der beiden "Neststörche" war beringt. DEH H 8383, einer der beiden anderen ebenfalls: DEW 9X 261. Dieser wurde 2011 von Georg Fiedler in WOB-Brackstedt beringt, ist also erst ein Jahr alt.
Ich interpretiere das Geschehen so: Ein sehr junges Paar hat sich die Eiche als Standort ausgesucht und ist sporadisch mit Nestbauaktivitäten beschäftigt. Zwei noch jüngere Störche hingegen haben sich für diesen Baum, auf dem schon zwei Störche stehen, als Schlafbaum entschieden. Der Widerstand des Paares hält sich dabei in Grenzen. Bemerkenswert ist, dass in der näheren Umgebung dieses Baum-Standortes kaum noch Grünland vorhanden ist.
27.04.2012
Um 21.17 Uhr kommt aus Ahnsbeck die Nachricht, dass soeben ein 2. Storch im Nest auf dem Feuerwehrhaus gelandet ist. In diesem Moment sind im Kreis Celle nun alle zwölf Nester des Vorjahres wieder von einem Storchenpaar besetzt.
Für den Kreis Gifhorn gilt ähnliches: Da der zweite Storch in Parsau/Ort geblieben ist, sind am 27.04. somit wie im Vorjahr 27 Storchenpaare da - mit dem einen kleinen Unterschied, dass Betzhorn nicht besetzt ist, dafür aber die neue Nisthilfe in Hülperode angenommen wurde.
Stichtag ist dann der 15. Mai. In der Statistik als "Nestpaare" gezählt werden die Storchenpaare, die bis dahin eingetroffen sind und mindestens vier Wochen Nestbindung haben. Wer später kommt und mindestens fünf Tage Nestbindung hat, gilt als "Besuchsstorch".
Es ist natürlich sehr erfreulich, dass wir jetzt schon den Bestand von 2011 erreicht haben. Eine Steigerung ist gut möglich, zumal immer noch Ostzieher eintreffen. In Knesebeck (GF) scheint sich das nächste Paar zu etablieren. In Triangel (GF) müssen die ersten Jungen sogar noch vor Leiferde bereits ab Anfang dieser Woche geschlüpft sein, denn das Männchen stand heute bei dem warmen Wetter über eine halbe Stunde, ohne sich zum weiteren Brüten hinzusetzen. Mindestens drei Köpfchen waren mal kurz zu sehen.
26.04.2012: Geschlüpft
Das NABU Artenschutzzentrum Leiferde teilt mit, dass heute per Kamera erstmal deutlich zu sehen war: es wird gefüttert. Drei Junge waren zu erkennen. Damit sind also die ersten Storchenjungen in den Kreisen Celle und Gifhorn geschlüpft. Weil die Brut nach Ablage des zweiten Eies beginnt und 32 Tage dauert, steht somit als Brutbeginn dieses Paares der 25. März fest. Evtl. weitere Junge werden entsprechend der Eiablage im Abstand von je zwei Tagen schlüpfen.
25.04.2012: Warum sind in Betzhorn (noch) keine Störche?
Von allen 27 Brutstandorten des vergangenen Jahres im Kreis Gifhorn ist nur noch einer unbesetzt: Betzhorn. Das ist in all den Jahren noch nie vorgekommen. Woran mag es liegen?
Meine Antwort ist diese: Die Nester in Betzhorn und Wahrenholz sind nur 1200 m voneinander entfernt - die geringste Distanz aller Brutstandorte zueinander. Wenn das Männchen in Betzhorn als Ostzieher eintraf, war das Männchen in Wahrenholz als Westzieher immer schon einen Monat da. In diesem Jahr aber war es erstmals nicht der Fall, denn: dieses Männchen ist tot (siehe unter Aktuelles am 09.03.2012 Skelett geborgen). Das Betzhorner Männchen kam am 06.04. - und entdeckte, dass die Wahrenholzer Störchin (Ankunft 02.04.) zum ersten Mal in all den Jahren solo war. Nach drei Tagen siedelte es nach Wahrenholz über. Seitdem ist in Wahrenholz ein Paar und in Betzhorn kein Storch mehr. Wegen der Nähe zum alten Standort kann es sehr gut sein, dass nun das Wahrenholzer Männchen auch weiter Betzhorn als sein Nahrungsrevier ansieht - und drum eine Ansiedlung dort verhindern möchte.
Das Männchen war ins Baumnest nach Celle übergesiedelt. So blieb das Storchennest in Ahnsbeck drei Tage leer. Seit gestern nun ist wieder ein Storch da. Heute morgen um 7:00 Uhr bemühten sich drei weitere auf dem Nest Fuß zu fassen, zogen dann aber unverrichteter Dinge wieder ab.
23.04.2012: Nesthopping
Inzwischen ist auch das Paar im Nest auf der abgebrochenen Lärche in Celles Innenstadt komplett. Als zweiter traf dort nun ein alter Bekannter ein: DEW 3X951. Im Vorjahr hatte er als Dreijähriger letztlich erfolglos in Ahnsbeck gebrütet. In diesem Jahr war er 9 Tage mit dem Weibchen in Langlingen zusammen, bis ihn sein Vorgänger vertrieb, Für eine Woche blieb er in Ahnsbeck - und steht seit Samstag nun mit unberingter Partnerin auf dem Baumnest in Celle. Ob sein dortiger Vorgänger auch noch zurückkommt? Die wirklich außergewöhnliche Lebensgeschichte von DEW 3X951 habe ich in meiner Homepage unter Celle - Weißstorchbericht 2011 - beschrieben.
Ebenfalls komplett ist das Paar in Jeversen. Im benachbarten Bannetze übernachtete ein Paar. Ob es Durchzügler waren, wird sich zeigen.
Auch im Kreis Gifhorn ist in Parsau/Ort der erste Storch angekommen. In Radenbeck waren heute 2 Störche auf dem Nest. Ob sie bleiben?
20.04.2012: 2 Eier geborgen - und eine neue Partnerin
Heute morgen saß das verwitwete Storchenmännchen in Dannenbüttel immer noch im Nest. Mit Hilfe eines Hubsteigers der LSW habe ich dann das Nest kontrolliert. Zwei Eier lagen in der Nestmulde. Da ein Storch allein keine Brut hochziehen kann, habe ich die Eier geborgen. Sie werden nun in einer Brutmaschine im NABU-Artenschutzzentrum Leiferde ausgebrütet.
Während der Bergung hielt sich in einiger Entfernung auf der Wiese ein weiterer Storch auf - offensichtlich in Wartestellung. Gegen Abend war es dann soweit. Ein neues Weibchen hatte die Stelle der verunglückten Brutstörchin eingenommen.
Ebenfalls neu angekommen ist ein Storchenpaar auf der Nisthilfe Weyhausen West. Zumindest das Männchen ist gegenüber dem Vorjahr neu. Seine Ringnummer DEW 4X 613 offenbart, dass es da in WOB-Kästorf gebrütet hatte.
Im Kreis Celle ist nach Ahnsbeck und Celle/Stadt nun auch in Jeversen zumindest schon mal ein Einzelstorch. An den anderen 9 Niststandorten sind die Paare komplett.
19.04.2012: Erstes Todesopfer
Als ich heute gegen Mittag das Nest in Dannenbüttel (GF) beobachtete, schien mir das Weibchen sehr lange zu sitzen. Beim dann doch folgenden zweimaligen Versuch, wieder aufzustehen, sackte es irgendwie kraftlos in sich zusammen. . Das beunruhigte mich dann doch so, dass ich heute abend noch mal hingefahren bin. Im Nest saß ledglich das Männchen (DEW 2x980). Das Weibchen lag tot direkt unter dem Nest. Eine Todesursache war nicht zu erkennen. Bein-oder Flügelbruch scheiden wohl aus. Vielleicht innere Verletzungen nach einem Aufprall in der Nähe? Vielleicht Folge von Nestkämpfen, die auch gestern noch stattgefunden haben? Vielleicht Legenot? Zwecks Untersuchung der Todesursache ist die Störchin nun erst mal in Leiferde eingefroren.
Es ist durchaus möglich ist, dass bereits Eier im Nest liegen. Darum werde ich morgen am Vormittag mit Hilfe der LSW nachschauen. und sie,wenn vorhanden, bergen und zum Ausbrüten nach Leiferde bringen.
18.04.2012: Celler Baumstorch
Im Jahre 2007 erwählte ein Storchenpaar eine durch Sturm abgebrochene Lärche in Celles Innenstadt als Niststandort und baute oben drauf ein Nest. Seitdem war es in jedem Jahr besetzt. Im vergangenen Spätsommer allerdings zerstörte ein Orkan das Nest restlos. Daraufhin wurde im Herbst ein neues, absturzsicheres Nest installiert. Heute nun landete dort wieder der erste Storch. Wir hoffen, dass sich auch noch rechtzeitig ein Partner findet. Im letzten Jahr war dies - und damit zu spät für eine erfolgreiche Brut - erst Mitte Mai der Fall.
17.04.2012: Zwei Brutpaare nebeneinander
... das ist bei uns, anders als in den Storchendörfern an der Elbe, die absolute Ausnahme. Jedes Paar beansprucht sein eigenes Revier und verteidigt sein Nest gegen die Konkurrenz. Darum macht es keinen Sinn, zusätzliche Nisthilfen daneben zu stellen. Sie bleiben leer, und die Angriffe werden sich immer auf das besetzte Nest richten. Der Versuch eines jungen Paares, sich ab dem 13.04. in Leiferde auf der Mast-Nisthilfe neben dem etablierten Paar nieder zu lassen, war nach drei Tagen beendet. Von den dauernden Attacken des schon seit längerem brütenden Nistpaares zermürbt zogen die beiden nun weiter.
Inzwischen komplett sind im Kreis Gifhorn die Paare in Hankensbüttel, Ummern und Westerholz. Die neuen Nisthilfen in Hülperode und Vorhop werden täglich angeflogen. Teilweise finden dort auch weiter Übernachtungen statt.
Im Kreis Celle ist nach der Vertreibung durch seinem Vorgänger das erste diesjährige Männchen in Langlingen wieder an seinen vorjährigen Brutstandort im benachbarten Ahnsbeck zurückgekehrt. Nach der Entsorgung des ersten Eies durch den Sieger hat das Weibchen offensichtlich nicht weiter gelegt. Es muss abgewartet werden, ob sie die unterbrochene Brut fortsetzt oder eventuell ein Nachgelege tätigt.
15.04.2012: Flugtag
Dank optimaler Thermik flogen heute sehr viele Störche ein. Im Kreis Gifhorn ist das Paar komplett nun auch in Rötgesbüttel und Wasbüttel (alle unberingt). DEW 6X 260, im Vorjahr mit Brutabbruch in Didderse vertrieben und dann mit Partner in Hillerse, ist nun in Leiferde. Dort verteidigt sie mit einem noch sehr jungen Partner die eine Nisthilfe auf Mast. Attacken kommen dabei nicht nur vom Paar auf dem Schornstein, sondern auch noch von drei anderen Störchen.
Beim Paar in Ettenbüttel ist neu das zweijährige Männchen DEW 7X 512, das bei seinen ersten Paarungsversuchen doch noch ziemlich hilflos erschien. Komplett neu ist das Paar in Hillerse mit dem Männchen DEW 2X 720. In Hülperode waren auf der neuen Nisthilfe erst ein beringter Storch und dann über Stunden ein unberingtes Paar.
Im Kreis Celle suchte auf einem Acker nahe Ahnsbeck ein Trupp von 6 unberingten Störchen Nahrung. Den ersten Brutabbruch gab es heute in Langlingen. Nur neun Tage waren DEW 3X 951, im Vorjahr Brutstorch im benachbarten Ahnsbeck, mit dem Langlinger Weibchen vergönnt. Heute nun musste er nach erbittertem Kampf seinem zurück gekehrten Vorgänger weichen. Dieser entsorgte dann zumindest ein Ei. DEW 3X 951 kehrte zu seinem vorjährigen Nest in Ahnsbeck zurück.
14.04.2012
Die beiden Störche in Vorhop (GF) haben tatsächlich übernachtet. Am Tag heute tauchte aber nur einer auf, am Abend war das Nest wieder leer.
Auf dem Gelände des NABU- Artenschutzzentrums Leiferde (GF) versucht ein zweites Paar, sich nun auf der Mast-Nistihllfe niederzulassen. Trotz heftigster Attacken des schon brütenden Paares auf dem Schornstein haben sie sich bisher noch nicht vertreiben lassen.
Aus dem Kreis Celle kam ein Anruf aus Oldau: Auf einer Grünlandfläche halte sich den ganzen Tag schon ein Storch auf, der offensichtlich eine Flügelverletzung habe und nicht mehr fliegen könne. Vor Ort zeigte sich dann: Beim Gehen hing der linke Flügel tatsächlich ein wenig herab. Als wir uns aber dem Storch näherten, flog er aber problemlos auf und landete ca. 100 m weiter. Während des Fluges war keine Behinderung zu erkennen. Wahrscheinlich handelt es sich dabei um den Storch, der am Donnerstagnachmittag das Nest im benachbarten Winsen attackierte, aber abgeschlagen wurde. Später saß er dann mit leicht herunter hängendem Flügel auf einem Dach ca. 1 km entfernt. Heute zeigte sich: Ein Eingreifen meinerseits war nicht nötig und auch nicht möglich. Der Storch hatte eine große Fluchtdistanz - und er konnte fliegen.
13.04.2012: 48 lange Tage...
...musste das Männchen in Ahnsen (GF) warten, bis heute seine Partnerin eintraf. Er, Westzieher, hatte bis 2010 eine Westzieherin als Partnerin. Als diese dann durch Blitzschlag starb, fand sich im selben Jahr doch noch eine neue Störchin. Die aber war Ostzieherin, und die treffen frühestens einen Monat nach den ersten Westziehern ein. Bereits 2011 mussten die beiden 37 Tage aufeinander warten - und diesmal noch länger. In manchen ähnlichen Fällen hat sich dann längst ein neuer zweiter Storch eingefunden - in Ahnsen aber war das nicht der Fall.
Auf dem neuen Nestangebot in Vorhop(GF), tauchten auch heute wieder 2 Störche auf. Da nun beide unberingt sind, muss mindestens einer gegenüber den beiden Tagen zuvor gewechselt haben. Die große Frage heute abend ist: Werden diese beiden auf dem neuen Nest erstmals auch übernachten? Das wäre dann der erste Schritt zur Familiengründung.
Für den Kreis Celle war dies heute der Tag der Zweitstörche: In Großmoor, Oldau und Wienhausen ist das Paar nun komplett.
12.04.2012: Flugverkehr
Zur Zeit werden vermehrt Störche gemeldet. Zum einen handelt es sich dabei um die ersten Ostzieher, die seit gut einer Woche wieder bei uns ankommen. Es können aber auch Durchzügler sein, die manchmal nur kurz, manchmal aber auch über Nacht auf einem Nest verweilen, dann aber am nächsten Morgen weiterfliegen. Darüber hinaus sind jetzt von den Westziehern vermehrt Zweijährige bei uns eingetroffen, z.T. mit Nestbindung, z.T. über Land ziehend.
Im Kreis Gifhorn ist der nun erste Storch in Ettenbüttel, Wasbüttel und Westerholz eingetroffen. Im neuen Nest in Vorhop ist stundenweise ein Paar, allerdings ohne Übernachtung, ebenfalls ein Einzelstorch in Knesebeck. Drei Tage lang hielten sich drei - oben rechts beringte - Zweijährige in der Nähe des Artenschutzzentrums Leiferde auf. Heute abend kommt aus Müden-Dieckhorst die Meldung, dass sich drei oben rechts beringte Störche um das Nest in den Wiesen streiten. Vermutlich handelt es sich dabei um dieselben wie in Leiferde.
Im Kreis Celle scheint in Großmoor endlich der erste Storch zu bleiben. In Winsen/Aller sah ich heute erstmals beide Störche gleichzeitig auf dem Nest. Einer - vermutlich die neue Störchin - trägt einen Ring mit der Nummer DEW 6X 765. Er/sie stammt aus der Fünferbrut , die ich 2010 in Parsau/Wiesen beringt habe. Zuvor hatte ich von ihm/ihr schon schon eine Ablesung aus dem Überwinterungsquartier in Spanien erhalten. Zweijährige können durchaus schon erfolgreich brüten, insbesondere dann, wenn sie einen erfahrenen Partner zur Seite haben.
10.04.2012: Osternachlese
Kreis Celle: Nun sind auch in Langlingen zwei Störche angekommen. Zumindest das Männchen ist gegenüber dem Vorjahr neu. Es handelt sich um DEW 3X951, der 2011 als Dreijähriger letztlich erfolglos mit Partnerin im Nachbarort Ahnsbeck gebrütet hat. Falls allerdings das vorjährige Männchen in Langlingen zurückkehren sollte, wird es Probleme geben.
Weitere Nachrichten aus dem Kreis Celle: in Oldau traf heute ein Storch ein, der sich sogleich daran machte, das Nest aufzuräumen. Ob er bleibt, wird sich zeigen. Nicht geblieben sind die beiden Störche in Jeversen. 2 Tage nach ihrer Ankunft haben sie den Neststandort wieder verlassen. Das junge Paar in Bannetze ist auch nicht wieder aufgetaucht.
Kreis Gifhorn: In Hoitlingen ist das Paar komplett - übrigens mit einem gegenüber dem Vorjahr neuen unberingten Weibchen, ebenso in Osloß. Einzelstörche sind nun neu in Hankensbüttel und Ummern.
09.04.2012: Osterstörche
Über die Festtage sind weitere Ostzieher eingetroffen:
Im Kreis Gifhorn sind je zwei angekommen in Didderse und Wahrenholz und einer in Betzhorn. Da die am Karfreitag erstmals dort gesehenen Störche in Dannenbüttel (2) und Osloß (1) geblieben sind, sind es nun 31 (im Vorjahr insgesamt 56) Störche.
Im Kreis Celle ist das junge neue Paar in Bannetze seit drei Tagen nicht mehr auf dem Nest gesichtet worden. Neu sind nun der erste Storch in Wienhausen und der zweite in Hohne. Damit sind es weiter 13 (24).
06.04.2012: Manchmal ist es doch ziemlich undurchsichtig...
Stand bis heute: Nest Weyhausen Süd: (erstmals) seit einer Woche unberingtes Paar, Weyhausen West leer, Osloß leer, Dannenbüttel: unberingtes Solomännchen (unregelmäßig, Weibchen nach Warmenau übergesiedelt).
Stand heute nachmittag: Nest Weyhausen Süd den ganzen Tag leer, Weyhausen West von 16.00 - 16.30 ein Paar, Osloß leer , Dannenbüttel: beringter(!) Einzelstorch.
Stand heute abend: Nest Weyhausen Süd leer, Weyhausen West leer, Osloß unberingter Einzelstorch, Dannenbüttel: unberingtes Paar. Meine Vermutung: das unberingte Paar von Weyhausen Süd ist weiter gezogen, besuchte für eine halbe Stunde Weyhausen West und übernachtet nun in Dannenbüttel; beringter Storch Dannenbüttel Durchzügler; Storch Osloß Neuankömmling.
Im Kreis Gifhorn sind ferner ab 01.04. angekommen; 1 Paar in Lüben, je ein Einzelstorch in Hoitlingen und in Rötgesbüttel. Das sind nun mit den dreien von heute abend 26 (im Vorjahr insgesamt 56).
Im Kreis Celle sind es jetzt 13 (24) Das neue Paar in Bannetze ist weiterhin da. In Jeversen sind zwei Störche eingetroffen. Das Nest in Großmoor ist wieder leer.
05. 04.2012: Sie kommen
Seit gestern kommen insbesondere aus den neuen Bundesländern vermehrt Meldungen über die Ankunft der ersten Ostzieher. Dazu passt, dass mit "Albert von Lotto" heute abend um 18.45 der erste Senderstorch sein Nest in Loburg bei Magdeburg erreicht hat. Rätsel gibt hingegen "Michael" auf. Nur noch eine Tagesetappe von seinem Nest in Bargen/SH entfernt vollzog er vorgestern mit einem Mal einen Westschwenk und wurde zuletzt im Bereich des Dümmer (nördlich von Osnabrück) geortet. Möglicherweise ist er mit einem weiter westlich fliegenden Trupp mitgezogen worden. Auf seinen diesjährigen Zielort darf man gespannt sein.
Aus dem Kreis Gifhorn werden 6 Neuankömmlinge gemeldet. Allerdings sind es manchmal auch nur Durchzügler, die schon nach wenigen Stunden oder zuweilen auch erst am nächsten Morgen weiter fliegen. Darum warte ich in Zweifelsfällen lieber noch einen Tag (und eine Nacht) mit der Bekanntgabe.
03.04.2012: Jetzt geht's los
Aufgrund der Schlechtwetterfront in Südosteuropa (von Rumänien über die Ukraine, Slowakei, Polen bis zu uns) kamen die ersten Ostzieher zuletzt nur noch mühsam voran. So schaffte Senderstorch "Albert von Lotto" gerade mal einen Tagesschnitt von 60 km - bei guten Bedingungen wären über 200 km möglich gewesen. Nun aber treffen die ersten bei uns ein: im Kreis Celle heute zwei Störche in Jeversen und auch der erste in Großmoor. Mehrere wurden auf dem Durchzug gesichtet. Übrigens: das junge Storchenpaar auf dem neuen Mast-Nest in Bannetze ist weiterhin vor Ort. .
02.04.2012: Revierkämpfe
Heute mittag tauchten über dem in die Wiesen versetzten Storchennest in Bannetze (CE) sechs Störche auf. Zwei von ihnen behaupteten sich schließlich. Da kam ein dritter angeflogen und scheuchte sie vom Nest runter. Dies geschah mehrere Male. Der dritte Storch war einfach stärker als die beiden anderen zusammen. Zwei der drei beteiligten Störche trugen Ringe, die ich ablesen und damit das Geschehen aufklären konnte: Ein junges Paar, davon der eine Partner mit der Ringnummer DEW 8X013 erst zwei Jahre alt (beringt 2010 in Bad Vilbel/Hessen), der andere unberingt, war auf der Suche nach einem geeigneten Nest und Revier. Das passte dem Männchen Hidd. H 788 vom 2 km entfernten Nest in Hornbostel nicht, denn der Bereich Bannetze gehört eigentlich mit zum Nahrungsrevier der Hornbosteler Störche. - Ob das junge Storchenpaar sich dennoch in Bannetze festsetzen kann, werden die nächsten Tage zeigen. Zugute kommt ihm vielleicht, dass die Störche in Hornbostel bereits brüten und somit doch mehr anderweitig beschäftigt sind. Probleme könnte es aber auch mit dem Paar im 3,5 km entfernten Jeversen geben, das noch nicht eingetroffen ist.
01.04.2012: Erster Versuch eines Zweijährigen
Seit gestern ist das Nest in Ummern (GF) vom Ringstorch DEW 7X 515 besetzt, der 2010 in WOB-Warmenau beringt worden war. Falls aber die Störche vom letzten Jahr zurückkehren, wird es Probleme geben.
01.04.2012
Bevor in den nächsten Tagen die ersten Ostzieher bei uns ankommen werden, hier ein Überblick:
Im Kreis Celle sind bis Ende März 9 Störche eingetroffen. Im Vorjahr waren es zu diesem Zeitpunkt 11 (von insgesamt 24), darunter damals allerdings auch schon die ersten Ostzieher. Die Paare sind komplett und brüten schon in Altencelle, Hornbostel und Nienhagen. Auch in Winsen sind es seit heute wieder 2. Ein Einzelstorch ist in Hohne.
Im Kreis Gifhorn sind bisher 20 Störche eingetroffen. Im Vorjahr waren es zu diesem Zeitpunkt 24 (von insgesamt 56), darunter damals allerdings auch schon die ersten Ostzieher. Die Paare sind komplett und brüten schon in Ausbüttel, Calberlah/Wiesen (evtl.), Klein Schwülper, Leiferde, Triangel, sowie noch nicht brütend in GF-Kästorf, Vollbüttel und Wesendorf . Einzelstörche sind bisher in Ahnsen, Dannenbüttel, Giebel, Parsau/Wiesen.
Aktuelles im 1. Quartal 2012
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