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Weißstörche in den Kreisen Celle und Gifhorn
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Aktuelles im 3. Quartal 2016

Weißstorch-Brutgeschehen 2016 in den Kreisen Celle und Gifhorn - Zwischenübersicht

Die Angaben werden laufend aktualisiert.

    (1) Junge im Nest
    ( ) Brut, noch keine Jungenangaben
    (-) nicht brütend oder Brutabbruch

    Kreis Celle

    Altencelle (3), Bannetze (2), Celle/Stadt (1), Großmoor (-), Hambühren (-), Hohne (-), Hornbostel (2), Jeversen (-), Langlingen (2), Nienhagen (1). Oldau (-), Thören (-), Wienhausen (3), Winsen (2), Wolthausen (-)

    Kreis Gifhorn

    Ahnsen (-), Ausbüttel (3), Barwedel (-), Betzhorn (3), Calberlah/Wiesen (4), Dannenbüttel (1), Didderse (-), Ettenbüttel (-), GF-Kästorf (4), GF-Winkel (2), Hahnenhorn (-), Hankensbüttel (2), Hoitlingen (2), Hülperode (3), Isenbüttel (-), Jembke (3), Kaiserwinkel (2), Knesebeck (2), Leiferde/Schornstein (2), Leiferde/Mast (2), Leiferde/Baum (3), Neudorf-Platendorf (1), Osloß (2), Radenbeck (1), Rötgesbüttel (2), Rothemühle (2), Rühen (2), Triangel (3), Ummern (3), Vollbüttel (2), Volkse (-), Vorhop (-), Wagenhoff (-), Wahrenholz (1), Wesendorf (3), Westerholz (-), Weyhausen/Süd (3), Weyhausen/West (3), Wittingen (-).

23.07.2016 Storchenberingung abgeschlossen - ein besonders erfreulicher Wiederfund

    Heute habe ich die beiden Jungen der Spätbrut in Osloß beringt. Sie bekamen die Nummern DEW 6T 409 und 410. Damit konnte die Beringung im Kreis Celle in allen acht Nestern mit insgesamt 17 Jungen zwischen vier und sechs Wochen erfolgen. Im Kreis Gifhorn waren die Nester in Calberlah (Wiese unter Wasser) und Hankensbüttel (am See) nicht zugänglich, in Kaiserwinkel und Jembke musste der geplante Einsatz wegen Defektes an der Drehleiter kurzfristig abgesagt werden. Somit konnten von den gegenwärtig 66 Jungen in den Nestern immerhin 55 beringt werden, dazu noch das bald darauf verstorbene Junge in Barwedel.

    Inzwischen tauchen etliche der in den letzten Jahren beringten Störche bereits als Ein- oder Zweijährige wieder bei uns auf - insbesondere im Bereich BS-Rieselfelder/Alba-Deponie. Darunter ist erfreulicherweise auch DEW 4T 434, eins unserer besonderen Sorgenkinder im letzten Jahr. Diesen Hohner Jungstorch hatte ich damals flugunfähig geborgen und nach Leiferde gebracht. Dort stellte sich heraus, dass er große Mengen von Loom-Gummiarmbändern verschluckt hatte. Fast wäre er daran gestorben, konnte aber dank intensiver fachkundiger Hilfe gerettet werden - siehe u.a Bericht am 13.08.2015. Wenn ein solcher Storch dann überlebt und nach einem Jahr von G. Braemer am 15. Juli in den Rieselfeldern abgelesen wird, ist dies natürlich besonders erfreulich und auch Lohn für all die Bemühungen zuvor.

22.07.2016 Geborgener Storch hat Schnabeldeformation

    Storchenschnabel Celle-Leiferde 2016Als am Dienstagabend ein Heißluftballon ganz nahe vorbei flog, hatte der noch nicht flügge Jungstorch in Celle/Stadt in Panik das Nest verlassen. Später auf der Straße geborgen wurden bei ihm in der Pflegestation in Leiferde keine schwerwiegenden Verletzungen festgestellt. Allerdings stellte sich dabei auch heraus, dass bei ihm der Oberschnabel an der Spitze zur Seite gebogen ist (siehe Foto!). Dies ist eine Wachstumsstörung. Bei der Beringung vor drei Wochen hatte ich sie (noch) nicht bemerkt. Nun soll in der Tierärztlichen Hochschule Hannover festgestellt werden, ob die Krümmung, da der Schnabel noch in der Wachstumsphase ist, korrigiert werden kann. Wenn nicht , könnte der Storch mit dieser Behinderung in freier Natur ohne Zufütterung wohl nicht überleben. Beim Stochern nach Regenwürmern und Fangen von Insekten wie Heuschrecken u.a. würde er kaum erfolgreich sein. In diesem Fall kommt er dann in die Gruppe mit den anderen Pflegestörchen.

    Die Schnabeldeformation hier ist nicht so stark ausgebildet wie bei dem auch bei Störchen vorkommenden "Kreuzschnabel" - siehe dazu auch meine Ausführungen am 24.06.2015! Wie Betreuer Georg Fiedler mitteilt, hat er in diesem Jahr im Kreis Göttingen wieder einen Jungstorch mit Kreuzschnabel geborgen und nach Leiferde gebracht.

    Übrigens: Die Suche nach dem Ballon vom Dienstag war, da es auch ein Foto gab, schnell erfolgreich. Gestern hat sich der Fahrer bei mir gemeldet. Das von oben kaum einsehbare Nest war ihm nicht bekannt gewesen. Um künftig Ereignisse wie diese zu vermeiden, habe ich ihn und auf dessen Bitte auch ein weiteres örtliches Ballon-Unternehmen darüber informiert, dass alle besetzten Storchenneststandorte auf meiner Homepage unter den Kreisen Celle und Gifhorn einzusehen sind.

20.07.2016 Panik-Absturzflug durch Heißluftballon

    Abgestürzter Jungstorch in LeiferdeGestern abend um 20:30 Uhr erschien ein Heißluftballon über Celle. Er überflog dabei in ca 150 m Höhe das Storchennest an der Fritzenwiese, in dem sich ein noch nicht flugfähiger Jungstorch befand. Dieser geriet durch das vom Brenner verursachte laute Fauchgeräusch in Panik, stürzte vom Nest und verschwand flügelschlagend zwischen den Häusern. Er muss dann gegen eine Hauswand geknallt und abgeschmiert sein. Entdeckt wurde er wieder auf der Straße gehend. Dank eines aufmerksamen Anliegers konnte er geborgen und durch den Celler Verein aktiver Tierfreunde nach Leiferde gebracht werden. Die erste Untersuchung dort ergab, dass er sich offensichtlich keine schweren Verletzungen zugezogen hat.

    Die Fahrer von Heißluftballons sind an sich angewiesen, Storchennester weiträumig zu umfliegen. Verstöße dagegen werden geahndet. In diesem speziellen Fall steht das Nest auf einem oben abgebrochenen Baum in einem von z.T. höheren Häusern umgebenen Innenstadt-Garten und kann auch aus der Luft nicht so leicht entdeckt werden. Anhand von Fotos werde ich versuchen, den Ballonfahrer ausfindig zu machen.

19.07.2016 Hülperoder Storchenkämpfe

    Kämpfe ums Nest sind bei Weißstörchen nicht selten. Was sich allerdings am Sonntag auf dem Nest in Hülperode (GF) abspielte und von Thomas Brandes (siehe Fotos! ) dokumentiert wurde, ist doch ungewöhnlich.

    Hülperode, Foto Thomas Brandes 17.07.2016 Hülperode, Foto Thomas Brandes 17.07.2016Hülperode, Foto Thomas Brandes 17.07.2016

    Zum Nest gehören das Storchenmännchen DEW 6X 858, eine unberingte Störchin und die drei bereits flüggen Jungen DEW 6T 355-357. Am Sonntag aber stand auf dem Nest zunächst ein ganz anderer: DER AW 835. Der wurde im Vorjahr in Göggingen (Südwürttemberg) beringt. Dann versuchten DEW 9X 316, ein nicht brütender vierjähriger Storch, und 6T 355, einer der drei Jungstörche, aufs Nest zu gelangen. Zunächst wurden sie abgewehrt. Schließlich setzte sich 9X 316 durch - doch nun mit ihm ein unberingter Storch. Dann wollten die drei Jungstörche, wieder auf "ihr" Nest zurückzukehren - zunächst ohne Erfolg. Doch nach einiger Zeit waren sie alle drei doch wieder "zuhause". Später war die Welt dann wieder ganz in Ordnung. Auf dem Nest standen beide Eltern und zwei der drei Jungstörche. Der dritte suchte auch nicht weit entfernt Nahrung.

    Ungewöhnlich an dem Geschehen ist so manches: zunächst einmal, dass das Nest eine Zeitlang von Fremdstörchen besetzt und verteidigt wird, ohne dass sich die Eltern sehen lassen. Dann, dass ein erst einjähriger Storch Nestambitionen hat und versucht, sie durchzusetzen. Dann, wie viele Wechsel sich innerhalb kurzer Zeit auf dem Nest ereignen. Übrigens: DEW 9X 316, vor vier Jahren auf dem Nest Fallersleben-Düpenwiesen beringt, hielt sich bereits vor zwei Jahren im Gebiet Rieselfelder/Alba-Deponie auf. Er wurde auf dem Zug in Israel abgelesen, fliegt also die Ostroute. Offensichtlich ist er noch nicht ins Brutgeschäft eingestiegen oder diesmal ohne Erfolg geblieben.

    Zwei Todesnachrichten

    Bei Bannetze (CE) wurde in 300 m Entfernung vom Nest unter der Stromleitung ein Altstorch tot aufgefunden. Sollte es sich dabei um einen der beiden Elternstörche handeln, wäre sein Partner dennoch in der Lage, die beiden nun sechs Wochen alten Jungen allein zu versorgen.

    Nachdem kürzlich einer der beiden Brutstörche in Ilkerbruch/West (WOB) tot in Nestnähe gelegen hatte, wurden nun auch die Überreste eines bereits flüggen Jungstorches unterhalb des Nestes Ilkerbruch/Ost entdeckt, ohne dass eine eindeutige Todesursache feststeht. Bereits in letzten Jahr waren dort zwei Jungstörche aus ungeklärten Umständen umgekommen.

17.07.2016 Die Konkurrenz geschluckt

    Weißstorch mit Hermelin Rieselfelder12. Juli 2016DSC_9077)sZu seiner Nahrung gehören Mäuse, Maulwürfe, Ratten, kleine Kaninchen, Reptilien, Fische und Insekten. Die Rede ist vom Hermelin, auch Wiesel genannt. Das gleiche Nahrungsspektrum trifft auch auf den Weißstorch zu. Zuweilen kann es aber auch vorkommen, dass ein Storch ein Hermelin packt, tötet und verschlingt. Damit verschluckt er dann nicht nur einen großen Fleischbrocken, sondern zugleich auch einen Nahrungskonkurrenten. Bei der Storchenbeute auf dem Foto von G. Braemer, aufgenommen in den Rieselfeldern, handelt es sich sehr wahrscheinlich um ein junges Hermelin. Da der Jungstorch daneben interessiert zuschaut, könnte man das Ganze auch der Rubrik" lebenskundlicher Unterricht" zuordnen.

15.07.2016 Wahrenberger Storchenimpressionen

    Gestern (zusammen mit Friedrich Börner) und vorgestern weilte ich wieder in meiner zweiten Storchenheimat Wahrenberg bei Wittenberge/Elbe. Auf dem Programm standen die Bestandserfassung und Ablesung der Ringe. Wir unterstützen damit den dort zuständigen Weißstorchbetreuer Thoralf Schaffer. Dies sind die Ergebnisse und Erlebnisse:

    1. Paarrekord eingestellt - durchschnittliche Jungenzahl

    Im Vorjahr ließen sich hier erstmals 20 Storchenpaare nieder. 2016 wurde diese Zahl wieder erreicht. Damit hat sich der Paarbestand im Ort auf hohem Niveau stabilisiert. In den 15 Nestern mit Nachwuchs befinden sich derzeit 31 Junge. Das ist im Vergleich der letzten zehn Jahre mit Jungenzahlen zwischen 22 und 48 ein mittlerer Wert.

    2. Sechs auf einen Streich

    Wahrenberg 2016, Foto F. BörnerIn einem Nest (Tack) herrschte ein so noch nie gesehenes Gedränge. Sechs Jungstörche ließen sich von der Störchin füttern. Da alle beringt worden waren, wurde schnell klar: Drei Junge gehörten zu diesem Nest. Die drei anderen waren vom nicht weit entfernten Nest am Denkmal herüber gewechselt. Nur einer kehrte über Nacht dorthin zurück. Somit waren am nächsten Tag immer noch fünf Junge zu versorgen (Foto Friedrich Börner).

    Die Störchin auf dem Nest Tack ist 15 Jahre alt. 11 Jahre lang hatte sie auf dem benachbarten Nest Elbehof gebrütet und dort insgesamt 35 (!) Junge aufgezogen. Ob sie nun freiwillig oder gezwungenermaßen gewechselt hat, bleibt unklar.

    3. Den Feind weggeklappert

    Wenn Fremdstörche auftauchen, klappern die ortsansässigen Störche heftig gegen die Eindringlinge. Das ist auch in einer Kolonie wie in Wahrenberg mit 20 Paaren so. Am Donnerstagmittag erhob sich so ein Geklapper. Ein Fremdstorch war allerdings nicht am Himmel zu entdecken - wohl aber ein Seeadler, der der direkt über dem Dorf kreiste. Mit am heftigsten von allen klapperte das erst sechs Wochen alte Junge auf dem Nest Blüthmann, dessen Eltern beide unterwegs waren. So half es mit, gemeinsam den Feind wegzuklappern.

    4. Neue Ringe der Vogelwarte Hiddensee (noch?) unlesbar

    Die für die neuen Bundesländer zuständige Vogelwarte Hiddensee hatte für diese Brutsaison erstmals neue (Alu-) Ringe für die Storchenberingung angeschafft. Die sind derzeit, wie auch mehrere Mit-Ableser bestätigen, leider nicht lesbar. Dem Betrachter erscheinen sie in milchigem Weiß mit leicht bräunlichen Schlieren. Nun kann man nur hoffen, dass mit der Zeit die Beschriftung nachdunkelt.

14.07.2016 Flüggezeit - Gefahrenzeit

    Wenn die Jungstörche flügge werden, warten neue Gefahren auf sie. Der erste Todesfall eines schon flüggen Jungstorches in diesem Jahr bei uns ereignete sich gestern in Ausbüttel (GF). Sprachen die ersten Meldungen noch von einem Jungstorch, der schon längere Zeit auf der Straße langgehen würde, kam später die Information hinzu, der Storch würde ab und zu umfallen. Dies war nun allerdings ein alarmierendes Zeichen. Er wurde dann vor Ort einfangen, was er sich widerstandslos gefallen ließ, und nach Leiferde gebracht. Gerade als er dort eingeliefert werden sollte, verstarb er. Anmerkung: da der Jungstorch in bereits flügge war, bleibt es in der Zählung bei (3).

    Vieles spricht dafür, dass dieser Jungstorch durch Kollision mit einem Auto oder bei einem Aufprall infolge eines mißglückten Flugmanövers sich innere Verletzungen (z.B. Milz- oder Leberriß) zugezogen hat, an deren Folgen er dann verblutet ist. Eine Obduktion soll nun die Todesursache klärten.

    Einen weiteren Todesfall gab es dann heute Vormittag in Velpke im Kreis Helmstedt. Hier wurde einer der dortigen Jungstörche von einem Auto angefahren und tödlich verletzt.

12.07.2016 Der Storch auf dem Parkplatz: Spieglein, Spieglein...

    Aus Wittingen kam heute Vormittag die Nachricht. dass sich dort auf einem großen Parkplatz an der Bahnhofstraße zwischen den Autos ein Storch aufhalte. Er sei auch gestern schon dagewesen und könne offensichtlich nicht mehr fliegen. Vor Ort traf ich auf keinen Storch, wohl aber auf die Verkäuferin des einen Geschäfts. Sie berichtete, dass der Storch ihr Auto mit Schnabelhieben attackiert hätte. Damit war klar: Der Storch hatte auf dem Parkplatz an diesem Auto sein durch den Lack gespiegeltes Ebenbild gesehen und es als vermeintlichen Konkurrenten angegriffen.

    Wahrscheinlich hatte er dann noch längere Zeit nach dem Nebenbuhler gesucht. Flugunfähig war er aber nicht, hatte er doch inzwischen wieder das Weite gesucht. Ich fragte dann bei Familie Schultze nach, auf deren Grundstück in ca. 300 m Entfernung sich das von einem Nichtbrüterpaar besetzte Storchennest befindet . Ihre Auskunft: Beide Störche haben dort am Morgen noch auf dem Nest gestanden, mussten also flugfähig gewesen sein. Und noch eine interessante Information bekam ich: Seit einigen Tagen erscheint der eine der beiden Störche immer mal wieder am Haus und attackiert sein sich in den Fensterscheiben spiegelndes Ebenbild. Damit war für mich klar: Ein unmittelbarer Einsatz zur Storchenrettung war nicht erforderlich.

    Dass wie andere Vögel auch Störche ihr Spiegelbild an Autos, Glasscheiben, ja sogar einem Grabstein aus Marmor bekämpfen, kommt immer mal wieder vor. In den letzten Jahren geschah dies im Kreis Gifhorn insbesondere in Ettenbüttel und Giebel, im Kreis Celle in Hohne und Oldau. Von dem damaligen Geschehen in Oldau gibt es auch einen Videoclip - einzusehen auf dieser HP unter Aktuelles vom 23.06.2013 "Bekifft oder bekloppt?".

    Weitere Nachrichten aus dem Kreis Gifhorn:

    Heute habe ich die Jungen in Weyhausen-Süd (3) und GF-Winkel (2) beringt. In GF-Winkel ist es vermutlich die erste Storchenbrut überhaupt. Nun fehlt nur noch die Spätbrut in Osloß.

    Weitere Nachrichten aus dem Kreis Celle:

    Auf einer frisch gemähten Wiese bei Altencelle suchten heute sieben Störche nach Nahrung, darunter auch - und das war schon eine große Überraschung - das aktuelle Storchenmännchen aus Winsen. Das dortige Nest mit den zwei Jungen ist immerhin 17 km Luftlinie entfernt.

11.07.2016 Kann ein Storch ertrinken?

    Gestern nachmittag drehte einer der drei flüggen Jungstörche in Altencelle eine Flugrunde und landete dann - mitten im Teich daneben. Der ist immerhin rund 400 qm groß und dort gut 2 m tief. Der Jungstorch blieb aber auch angesichts dieser für ihn sicher neuen Lebenserfahrung ganz ruhig. Im Wasser schwimmend begann er, mit den Füßen langsam in Richtung Ufer zu paddeln, das er dann auch bald erreichte. Die nächste halbe Stunde allerdings verbrachte er erst mal am Boden, um seine Flügel wieder zu trocknen.

    Kann ein Storch ertrinken? Ja, durchaus. Zwar sind seine Federn eingefettet und dadurch imprägniert. Wenn er sich aber länger im Badende Jungstörche in Hülperode 2016, Foto Thomas BrandesWasser befindet, saugen sie sich doch allmählich voll. Auf dem Zug wird es immer wieder Todesfälle geben, wenn Störche beim Überqueren größerer Meeresflächen die Kraft ausgeht und sie wassern müssen. Es kann auch vorkommen, dass Störche in Gewässern mit Steilufern es nicht mehr schaffen, an Land zu kommen und dann letztlich ertrinken. Ebenfalls immer mal wieder werden Störche tot in einer Güllegrube gefunden.

    Ansonsten aber lieben es die Störche durchaus, ab und zu auch auch mal ein Bad zu nehmen. So wie die nun flüggen Hülperoder Jungstörche gestern in den Rieselfeldern (siehe Foto Th. Brandes).

09.07.2016 Celler Beringung abgeschlossen - so wenige Junge wie selten

    Bannetze 2016_A.Friesenborg_002sBannetze 2016_A.Friesenborg_001sAm 5. Mai und damit als letzte im Kreis Celle begannen die Störche in Bannetze mit der Brut. Ab dem 6. Juni schlüpften die zunächst drei Jungen, von denen eins nur kurz gesichtet wurde. Gestern - und damit im Alter von viereinhalb Wochen - habe ich die nun noch zwei Jungen im Alter von viereinhalb Wochen beringt. Sie erhielten die Nummern DEW 6T 402 und 403 (siehe Fotos A. Friesenborg).

    Nach dem Rekordjahr 2015 mit 29 flüggen Jungen sind derzeit nur noch 16 lebende Jungen in den Nestern. Dies ist eins der schlechtesten Brutergebnisse der letzten zwanzig Jahre. Es liegt vor allem darin begründet, dass in sechs von vierzehn Nestern mit Jungen der gesamte Nachwuchs innerhalb der ersten drei Lebenswochen starb (in Langlingen nun auch noch eins von drei bereits beringten Jungen im Alter von sechs Wochen). Dies ereignete sich in einem doch großen Zeitraum zwischen dem 10. Mai und 10. Juni . Die Verluststandorte liegen regional verstreut im Osten, Süden und schwerpunktmäßig im Westen des Kreises. Häufigere Todesursachen wie etwa Unerfahrenheit der Eltern, Nässe/Kälte, Unwetter, Nahrungsmangel, Vergiftung oder Erkrankungen wie Aspergillose mögen zwar im Einzelfall zutreffen, passen aber als Haupttodesursache nicht so richtig. Allenfalls witterungsbedingte Verluste könnten mehrfach die Ursache sein.

07.07.2016 ... und die ganze - immer jüngere - Storchenschar (Fortsetzung)

    Gestern stieg die Zahl der Weißstörche, die sich derzeit im Bereich BS-Okeraue/Rieselfelder/Alba-Deponie aufhalten, erneut an und belief sich in mehreren Gruppen auf nun insgesamt mindestens 45 Exemplare (Meldung G. Braemer). Die weitere Auswertung der abgelesenen Ringnummern ergibt, dass inzwischen immer mehr Einjährige darunter sind. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Im letzten Jahr waren nicht nur in Niedersachsen, sondern auch in anderen Bundesländern so viele Jungstörche wie seit langem nicht mehr flügge geworden. Und das führt nun auch zu einer größeren Anzahl von Rückkehrern dieser Altersstufe. Somit besteht die Hoffnung, dass sich diese Entwicklung auch positiv auf die Zahl der Storchenpaare auswirken wird, die in den nächsten Jahren ins Brutgeschäft einsteigen.

    Außer dieser geschilderten Massenansammlung wurde nun noch eine weitere große Gruppe von ca. 50-60 Störchen gemeldet. Die hatten sich auf abgemähten Flächen im Randbereich des Drömlings nördlich von Grafhorst (LKrs. Helmstedt) zur Nahrungssuche eingefunden. Wie das Gebiet im Norden von Braunschweig besitzt auch der Drömling für Weißstörche eine herausragende Bedeutung als Übersommerungs- und Sammlungsregion.

06.07.2016 ... und die ganze Storchenschar - einschließlich DEW 8X 490

    Weißstorchgruppe 3. Jul 2016, FotoTh.Brandes"Wir waren in den Braunschweiger Rieselfeldern unterwegs und plötzlich, wie auf Knopfdruck, flogen ca. 30-40 Altstörche über uns hinweg und versammelten sich auf einen trocknen Rieselfeld " so beschreibt Thomas Brandes sein Erlebnis am 3. Juli- und dokumentiert es auch fotografisch (siehe Foto!).

    Im Bereich BS-Okeraue/Rieselfelder/ALBA-Deponie finden sich in jeder Saison Störche zusammen. Dass es bereits Anfang Juli schon über dreißig sind, hatten wir vermutlich so noch nicht. Später können es aber durchaus noch mehr sein. Bei den Störchen in solchen Ansammlungen handelt es sich zunächst um junge Nichtbrüter, ergänzt von Brutstörchen aus der näheren Umgebung. Im Verlauf des Juli kommen dann auch die ersten diesjährigen Jungstörche aus der Region hinzu, danach auch andere von weiterher. Ein gewisser Teil wird bleiben bis zum Abflug ab Mitte August bis in den September hinein. Andere werden bald weiterfliegen, wieder andere neu hinzu kommen.

    Ursache der Storchenkonzentration sind die guten Nahrungsmöglichkeiten im Bereich Okeraue/Rieselfelde/ALBA-Deponie. So ist dieses Gebiet ein Anziehungspunkt insbesondere auch für umherstreifende Nichtbrüter geworden.

    Etwa ein Drittel der Störche sind beringt. Aufgrund der Ablesungen insbesondere von Gerhard Braemer, Georg Fiedler, Vera Jortzick und nun auch Thomas Brandes können wichtige Erkenntnisse über die Herkunft und auch das Alter der Störche gewonnen werden. Sie stammen überwiegend aus dem Bereich des ehemaligen Reg.-Bezirkes Braunschweig, aber auch aus dem süddeutschen Raum. Übersommerer aus den neuen Bundesländern sowie aus dem Norden und dem Westen Deutschlands sind seltener. Vom Alter her sind die meisten der Nichtbrüter zweijährig, zunehmend aber auch erst einjährig und gehören zu den Westziehern.

    Ringnummern ermöglichen es, die verschiedenen Lebensstationen eines Storches in den Blick zu bekommen. Einer der nun abgelesenen Störche trägt die Nummer DEW 8X 490. Er gehört zur vorjährigen Brut in Parsau/Ort, bei der ich die Eier geborgen und zum Ausbrüten nach Leiferde gebracht hatte - siehe Aktuelles im 2. Quartal 2015 am 16. Mai! Auch für die NABU-Pflegestation ist es eine erfreuliche Bestätigung ihrer Arbeit, so wieder Nachricht von ehemaligen Pfleglingen zu bekommen.

03.07.2016 Was machen verwaiste Storcheneltern? - weitere Erstabflüge

    Im Kreis Celle sind ja in diesem Jahr bisher bei sechs von vierzehn Storchenpaaren mit Nachwuchs alle Jungen verstorben, im Kreis Gifhorn bei zweien von dreißig. Es stellt sich die Frage, welche Auswirkungen der Verlust dann auf das Verhalten der Altvögel hat.

    Ich beobachte: ältere erfahrene Storcheneltern, die oft schon viele Jahre da brüten, bleiben auch nach dem Tod der Jungen vor Ort und im Gebiet. So sind jetzt im Kreis Celle in Großmoor, Hohne, Oldau und Wolthausen die Störche zwar oft den ganzen Tag unterwegs, aber doch immer noch da und übernachten auch weiterhin im Nest. Und wenn Fremdstörche auftauchen, sind sie schnell wieder zur Stelle, um laut klappernd ihr Domizil zu verteidigen. Die von Thören ins benachbarte Jeversen umgesiedelten Störche sind nach dem Tod der Jungen offensichtlich nach Thören zurückgekehrt. Anders verhält es sich in Hambühren: Das junge, noch unerfahrene Brutpaar hat Nest und Revier verlassen. Manchmal schließen sich solche Störche Nichtbrütertrupps an, manchmal suchen einer oder beide an anderer Stelle eine neue Bleibe.

    Im Kreis Gifhorn betrifft es die Nester in Hahnenhorn (errichtet 2013, in diesem Jahr Spätbrut) und Barwedel (Neuansiedlung). In beiden Orten sind die Storcheneltern nach dem Tod der Jungen weiter gezogen. Dabei ist das bis dahin Barwedeler Paar wahrscheinlich identisch mit dem - ebenfalls unberingten - Besuchspaar, das sich seitdem im nur neun km entfernten Tülau-Fahrenhorst aufhält.

    Jetzt fliegen die ersten (Fortsetzung): Aus Rothemühle wird gemeldet, dass die beiden Jungen dort nun auch fliegen. In Altencelle drehte einer der drei Jungstörche gestern und somit 63 Tage nach dem Schlüpfen eine erste kleine Runde, um dann aber doch wieder schnell auf dem Nest zu landen. Das "Einzelkind" in Nienhagen brauchte gar nur 61 Tage bis zu seinem ersten Ausflug vorgestern aufs Nachbardach.

01.07.2016 Jetzt fliegen die ersten

    In jedem Jahr wieder spannend ist die Frage, wann denn die Jungstörche erstmals ihr Nester verlassen. Ich habe heute eine kleine Rundreise zu den Nestern im Kreis Gifhorn gemacht, in denen die Altstörche als erste mit der Brut begonnen hatten und demzufolge auch die ersten Jungen geschlüpft waren.

    Die beiden Jungen auf dem Nest Leiferde/Schornstein, geschlüpft am 21. April, haben heute, 71 Tage danach, ihr Nest noch nicht verlassen. Ähnlich war es auch in den Jahren zuvor. Junge aus diesem Nest haben sich für ihren Erstflug meist mehr Zeit gelassen als andere.

    Vermutlich auch am 21. April sind die ersten Jungen in Rothemühle geschlüpft. Ob die beiden Jungen heute auf dem Nest (das können durchaus auch später geschlüpfte sein, während die ersten nicht überlebten) ihre erste Abflüge schon hinter sich haben, ist unklar. Anlieger haben jedenfalls noch nichts beobachtet.

    Am 23. April sind die ersten Jungen in Vollbüttel geschlüpft. Als ich dort heute eintraf, flogen gerade beide Jungen mit der Mutter ab. In Weyhausen/West, ebenfalls mit Schlupftermin 23. April, drehten zwei der drei Jungen ihre Runden hoch über dem Nest und landeten dann wieder.

    In Calberlah schlüpften die ersten Jungen am 29. April. Zwei der vier flogen schon heute zu ihren Eltern auf die Wiese unterhalb. Bei ihnen sind seit dem Schlüpfen also erst 63 Tage vergangen.

    Fazit: bei den Paaren mit dem frühesten Brutbeginn liegt der Termin des ersten Abfliegens der Jungen vom Nest zwischen 63 und über 70 Tagen nach dem Schlüpfen. Bei den Ursachen für diese doch erheblichen Unterschiede spielen sicher Nahrungsmöglichkeiten, Fitneßzustand, Anzahl der Geschwister und vielleicht auch elterliches Erbgut eine Rolle.

 

 

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