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Weißstörche in den Kreisen Celle und Gifhorn
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Aktuelles im 3. Quartal 2017

Weißstorchpaare in den Kreisen Celle und Gifhorn

(x) = derzeitige Jungenzahl; (-) = Paar ohne Bruterfolg

    Angesiedelt haben sich im Kreis Celle Storchenpaare in Ahnsbeck (2), Altencelle (3) Altencelle-Burg (-), Bannetze (-), Bleckmar (-), Bockelskamp (-) Celle/Stadt (1), Großmoor (3), Hambühren (-), Hohne (2), Hornbostel (2), Jeversen (-), Langlingen (1), Langlingen/Schleusenwiese (-), Nienhagen (2), Oldau (-), Wienhausen (-), Wolthausen (2) und Winsen (2).

    Angesiedelt haben sich im Kreis Gifhorn Storchenpaare in Ahnsen (1), Ausbüttel (1), Bergfeld (-), Betzhorn (3), Calberlah (3), Dannenbüttel (2), Didderse (1), GF-Kästorf (4), GF-Lehmweg (1), GF-Winkel (-), Hankensbüttel (4), Hoitlingen (1), Hülperode (4), Isenbüttel (3), Jembke (1), Knesebeck (3), Leiferde/Dorf (-), Leiferde/Schornstein (2), Leiferde/Mast (3), Leiferde/Baum (2), Neudorf-Platendorf/99C (1) , Neudorf-Platendorf/Mooreiche (-), Osloß (2), Parsau/Ort (-), Radenbeck (-), Rötgesbüttel (2), Rothemühle (2), Rühen (3), Teichgut (-), Triangel(3), Ummern/Ost (2), Ummern/West (3), Vollbüttel (1), Volkse (-), Vorhop (-), Wahrenholz (2), Wasbüttel (2), Wesendorf (4), Westerholz (-), Weyhausen/Süd-Hohe Horst (3), Weyhausen/West (-), Wittingen (-). Besuchspaare derzeit in Adenbüttel und Hahnenhorn.

Neue Weißstorch-Literatur und ein besonderer Film

  1. In der Reihe der NBB (Neue Brehm-Bücherei) ist nach 30 Jahren nun als Nr. 682 ein neuer Band über den Weißstorch erschienen: Christoph Kaatz, Dieter Wallschläger, Krista Dziewiaty, Ute Eggers (Hrsg.) Der Weißstorch , VerlagsKGWolf 2017, ISBN 978-3-89432-273-1 , 59,95 €.

    In diesem Buch ist, von 23 Autoren auf 672 Seiten behandelt, alles Wissenswerte über den Weißstorch auf aktuellem Stand zusammengefasst.
  2. Alfons Rolf Bense Der Weißstorch- Vom Vogel zum Kult , Westarp Verlag 2017, ISBN 978-3-86617-139-8. 122 Seiten, 19,95 € - auf 122 Seiten mit 125 Abbildungen eine lesens- und betrachtenswerte Kulturgeschichte des Weißstorchs von der Antike bis in die Gegenwart.
  3. Und ein sehenswerter und durchaus auch anrührender Film aus Kroatien über eine "Mensch-Storch-Beziehung":
  4. http://www.arte.tv/de/videos/064454-000-A/der-alte-mann-und-der-storch

Samstag, 22. Juli 2017
Endlich auch geschafft

    Am 9. Juli flogen zwei Altenceller Jungstörche erstmals vom Nest. Der dritte aber, schon bei der Beringung um einiges kleiner als seine beiden Geschwister, war noch nicht so weit. So blieb es die folgenden zwei Wochen - bis heute. Da fasste sich auch der dritte Jungstorch ein Herz und wagte einen ersten Abflug - 80 Tage, nachdem er geschlüpft war. Einen so großen zeitlichen Abstand beim Flüggewerden habe ich bisher noch nicht erlebt.

    Ubrigens: fast hätte eins der beiden anderen Nestgeschwister dieses Ereignis gar nicht mehr miterlebt. Dieser Jungstorch war vor einigen Tagen mitten im großen Teich nahe dem Nest gelandet. Dort verfranzte er sich im Gewirr von Wasserpflanzen und Modder und fand aus eigener Kraft nicht mehr heraus. Glücklicherweise hatte Herbergsfamile Habermann das Geschehen mitbekommen und konnte den Storch bergen. Als er wieder sicheren Boden unter den Füßen hatte, brauchte er erstmal eine Zeitlang, um sich wieder zu berappeln. Doch als das geschehen war, flog auch er zurück aufs Nest.

Freitag, 21. Juli 2017
Erfolgreiche Intensivpflege

    Ahnsbecker Pflegestorch DEW 7T656-2017sHeute vor zwei Wochen war DEW 7T 656, einer der drei Ahnsbecker Jungstörche, sehr geschwächt unter dem Nest aufgefunden und in die Pflegestation nach Leiferde gebracht worden (siehe meinen Bericht vom 7. Juli 2017!). Dort bekam er aufgrund seines extrem schlechten Zustandes zunächst einmal eine Infusion zur Stabilisierung. Dann wurde er gründlich untersucht. Dabei zeigte sich, dass er schon voller Fliegeneier steckte. Die waren so zahlreich, dass sie mit einem Wasserschlauch abgespritzt werden mussten. Etliche Fliegenmaden waren bereits geschlüpft und hatten begonnen, sich in den Körper hineinzufressen. Nachdem dem Storch zuvor ein Schmerzmittel verabreicht worden war, wurden die Maden dann alle per Hand herausgezogen. Anschließend erfolgte die Wundversorgung. Diese Behandlung war auch in den folgenden Tagen erforderlich. Nachdem anfangs befürchtet werden musste, dass der Jungstorch nicht überleben würde, stabilisierte sich sein Zustand zunehmend. Inzwischen kann man sagen: Der verlorene und wiedergefundene (Sohn) Jungstorch ist übern Berg. Heute nun wurde er aus der Intensivpflege entlassen und zu anderen Pfleglingen als Übergangsstation zum Freigehege in das Carport gesetzt.

Mittwoch, 19. Juli 2017
Storchenkolonie in der Eiche

    2011-2017 Brutbestan 3 Storcheneiche 2Diese Eiche steht im Tierpark Nordhorn. Im Frühjahr waren dort bis zu 13 Nester von Störchen besetzt. Letztlich erfolgreich gebrütet wird in 6 Nestern. 18 Junge wachsen heran - auf diesem einen Baum ( Foto und Mitteilung NABU Grafschaft Bentheim). Da die Störche im Tierpark nicht gefüttert werden, sind es Wildpaare. Gäbe es dort eine für sie erreichbare Futterstelle, würden sie nach den bundeseinheitlichen Kriterien als "fütterungsabhängige Störche" gelten. Zwei Brutstörche stammen übrigens aus den nahe gelegenen Niederlanden. Dort gibt es ebenfalls Storchenkolonien.

Montag, 17. Juli 2017
Ein doch wohl eher unfreiwilliges Bad

    Gegen Abend kam die Nachricht, ein Jungstorch sei mitten im Wald in einem Wochenendgebiet bei Wesendorf (GF) gelandet. Er sei völlig durchnässt und entkräftet und könne nicht mehr fliegen. Vor Ort fand ich diese Angaben bestätigt: DEW 6T 414, der damals bei der Beringung kleinste der vier Jungen in Wesendorf, hockte auf der Terrasse des Hauses in einer Ecke, war klitschnass und zitterte am ganzen Leibe. Was war geschehen? Offensichtlich muss der Jungstorch in einen vom Fundort ca. 250 m entfernten Badesee geraten sein und sicher auch nicht gleich wieder herausgefunden haben. Dabei müssen sich seine Federn mit Wasser so vollgesogen haben, dass er zwar noch abfliegen konnte, ihn aber dann bald mitten über dem Wald die Kräfte verließen und er "notlanden" musste. Ich habe ihn dann nach Leiferde gebracht, wo er nun betreut wird. Dort auch gewogen ergab sich, dass er mit rund 2.700 kg doch relativ untergewichtig war.

Sonntag, 16. Juli 2017
Aber aufs Nest darf sie nicht

    In Teichgut (GF) war das nun achtjährige Männchen mit einem erst zweijährigen Weibchen sechs Wochen lang zusammen. Zu einer Brut kam es aber trotz Nestbau- und Paarungsaktivitäten nicht. Offensichtlich war sie noch nicht ganz brutreif. Ab dem 9. Juni blieb sie dann verschwunden. Es dauerte einige Tage, bis sich ein neues - nun unberingtes - Weibchen einfand. Seit nun bald vier Wochen spielt sich jeden Tag immer wieder dieses ab: Die beiden fliegen meist gemeinsam auf Nahrungssuche, gehen dabei einträchtig nebeneinander her. Bei der Rückkehr aber lässt er sie nicht aufs Nest. Sie übernachtet dann auf einer zweiten Nisthilfe gleich daneben. Ist sie mal vor ihm da, fliegt sie aufs Nest. Doch wenn dann er kommt, muss sie wieder weichen. Eine Paarung wurde bisher nicht beobachtet. Auch ihr Versuch, sich mit Nistmaterial den Einlass aufs Nest zu erkaufen, hatte keinen Erfolg. Einmal brachte sie in seiner Abwesenheit einen Zweig mit auf die Nisthilfe. Den hat er sich dann aber sofort auf "sein" Nest geholt. -- Bei den Störchen ist es wohl nicht selten so wie bei uns Menschen: Manche verstehen sich auf Anhieb. Bei anderen dauert es seine Zeit, zuweilen auch noch länger ("tausendmal berührt..."). Und manchmal wird es letztlich doch nichts mit den beiden. Wir dürfen also gespannt sein, wie sich die Dinge in Teichgut weiter entwickeln.

Samstag, 15. Juli
"Die beiden sind geblieben"

    Jeversen 2017 (G.Papenburg)Wenn Störche durch Tod ihre Jungen verlieren, kann es vor allem bei jungen Brutpaaren vorkommen, dass sie dann den Brutstandort verlassen und weiterziehen - so z.B. schon zweimal in den letzten Jahren in Hambühren (CE) und zuletzt in Hahnenhorn (GF). Beim diesjährigen Storchenpaar in Jeversen (CE) sind beide Partner erst zwei Jahre alt. Dennoch gelang es ihnen, ein Junges aufzuziehen. Das starb aber dann am 30. Juni nach heftigen Regenfällen. Die jungen nun verwaisten Eltern aber sind geblieben. Bei unserer Kontrollfahrt entdeckten wir sie auf einer Wiese in Ortsnähe (Foto Gerhard Papenburg). Und abends kehren sie laut Auskunft von Familie Hemme auch immer wieder auf ihr Nest zurück.

Freitag, 14. Juli 2017
Das Storchenjunge in GF-Lehmweg

    Beringung GF-Lehmweg 2017Gestern habe ich wieder mit Hilfe des Bison-Hubsteigers der LSW den jeweils einzigen Jungstorch in Neudorf-Platendorf und im Lehmweg in Gifhorn beringt. Anbei ein Foto vom Lehmweg. Das dortige Brutvorkommen weist schon einige Besonderheiten auf. Grünland gibt es in unmittelbarer Nestnähe nur wenige ha, sonst Ackerland und Wald. Die oft langen Abwesenheit der Altstörche lässt darauf schließen, dass sie die Nahrung von weiter her müssen. Auch gestern wurde während der Beringung keiner gesichtet. Erste Nestbauaktivitäten auf dem ausrangierten ca. 14 m hohen Stahlmast erfolgten vor drei Jahren durch ein Nichtbrüterpaar. In den beiden folgenden Jahren gab es nur gelegentlich Besuche. Und nun diesem Jahr die Spätbrut ab dem 5. Mai. Möglicherweise schlüpften zwei Junge, aber nur eins wuchs heran und wurde nun beringt. Immer noch unklar ist die Herkunft des einen Elternstorches mit einem noch nicht vollständig abgelesenen - vermutlich spanischen - Ring.

    Auf dem Foto ist gut zu erkennen, wie sich der Jungstorch bei der Beringung tot stellt, aber mit den Augen das Geschehen doch aufmerksam verfolgt. Im Nest sind mehrere rote Gewölle zu erkennen. Wie die Eulen würgen auch die Störche nicht verdaute Nahrungsreste als Speibrocken wieder aus. Die rote Färbung in diesem Fall lässt auf eine hauptsächliche Regenwürmer-Ernährung schließen. Oft finden sich in den Gewöllen auch Mäusehaare und Käferreste.

Dienstag, 11. Juli 2017
Storchenkolonie Wahrenberg

    Gestern und heute weilten Friedrich Börner und ich wieder zur Weißstorch-Erfassung im Storchendorf Wahrenberg bei Wittenberge an der Elbe. 19. Paare und ein Einzelstorch entsprechen dem Ergebnis des Vorjahres (20 Paare). Allerdings sind derzeit nur noch in 11 Nestern Junge. Somit haben acht Paare keinen Nachwuchs. Dafür gibt es zwei Gründe: Zum einen die sehr unterschiedliche Ankunft verbunden mit Nestkämpfen und mehrfachem innerörtlichen Wechsel, zum andern das Unwetter am 29. Juni, als innerhalb eines Tages 75 Liter (!) Regen auf einen qm herabströmten. Dies überlebten in drei Nestern kein Jungstorch und in drei weiteren nur ein bzw. zwei Junge. Die aktuelle Jungenzahl beträgt einschließlich dreier bei der Beringung eingesetzter Pflegestörche aus Loburg derzeit 25. Dies ist das niedrigste Ergebnis seit 2011 (damals 22 flügge Junge). Ebenfalls gravierende Verluste durch den Starkregen hat es auch in den benachbarten Elbe-Regionen gegeben, so insbesondere rechts der Elbe im Amt Neuhaus.

Sonntag, 9. Juli 2017
Wann werden sie denn nun flügge?

    In diesen Tagen treffen vermehrt Meldungen ein, dass Jungstörche erstmals vom Nest abgeflogen sind. Heute zum Beispiel haben zwei der drei Jungen in Altencelle ihren ersten Abflug hinter sich. Von anderen Standorten kommt die Anfrage: Wann ist es denn bei unseren Jungen so weit? Nun, während Brutbeginn und Schlüpfen der Jungen (32 Tage danach und dann in zweitägigem Abstand) relativ genau zu bestimmen sind, gibt es beim Flüggewerden doch eine erhebliche Spannbreite. In älteren Publikationen ist von 54-68 Tagen die Rede. Die ganz frühen Angaben kann ich so nicht bestätigen. Nach meinen Erfahrungen sind es schon 62-70 Tage im Schnitt. Es gibt aber auch Ausnahmen: Traditionell später - ohne dass es eine plausible Erklärung dafür gibt - fliegen immer wieder die Jungen im Nest auf dem Schornstein am NABU-Artenschutzzentrum in Leiferde aus. Die webcam belegt es: Schlupftermin der ersten drei Jungen war der 21. April. Erstmals verlassen haben die beiden übrig gebliebenen Jungen das Nest am 4. Juli und somit 74 Tage nach dem Schlüpfen. In manchen anderen Nestern dauert es noch länger. Eine wichtige Rolle beim Zeitpunkt des ersten Abfluges spielen sicher die Erfahrung der Eltern, die jeweilige Nahrungssituation und auch die Anzahl der Jungen. Einzelkinder kriegen oft mehr Futter. Das kann den Wachstumsfortschritt beschleunigen. Übrigens: Die ersten Jungen heute in Altencelle brauchten 67 Tage.

Freitag, 7. Juli 2017
Die Geschichte vom verlorenen Sohn

    Das biblische Gleichnis, das ja richtigerweise "vom verlorenen und wiedergefundenen Sohn" heißen müsste, fand heute eine Entsprechung bei den Störchen in Ahnsbeck (CE). In dem neuen Nest auf Mast brütet dort erstmals seit Jahren im Ort wieder ein Storchenpaar. Drei Junge wuchsen heran und wurden vor zwei Wochen von mir beringt. Nach den schweren Regenfällen in den vergangenen Tagen musste ich gestern feststellen, dass nur noch zwei Junge im Nest waren und gefüttert wurden. Der mittlere der drei mit der Ringnummer DEW 7T 656 fehlte. Es war davon auszugehen, dass er die Unwetter nicht überlebt hatte. Heute nun die große Überraschung: Fr. Börner entdeckte auf der Wiese direkt unter dem Nest einen dritten Jungstorch, der im Gras hockte. Es war der mit der Ringnummer 7T 656. Dieser Jungstorch muss schon vor Tagen aus welchen Gründen auch immer vom Nest heruntergekommen sein. Richtig geflogen ist er dabei sicher nicht. In einem Alter von erst sieben Wochen sind es noch mindestens zwei Wochen bis zum Flüggewerden. Ob die Altstörche ihn in den letzten Tagen dort unten gefüttert haben, ist unklar. Wir haben ihn dann sofort geborgen und in die Pflegestation nach Leiferde gebracht. Dort wurde in einer Erstuntersuchung festgestellt, dass er sehr geschwächt und stark unterernährt ist. Außerdem wurden in seinem Gefieder Eier von Parasiten entdeckt. Nun hoffen wir, dass er dort wieder stabilisiert werden kann, um dann später mit anderen jungen Pfleglingen in Leiferde "richtig" auszufliegen.

Mittwoch, 5. Juli 2017
Husch husch zurück ins Nest

    Auch wenn die Storchenjungen schon flügge sind, werden sie in den folgenden Tagen doch immer noch mal wieder von den Eltern gefüttert. Dies geschieht aber meistens nur auf dem Nest. Darum: Wenn die Jungen sich in der Nähe befinden und einen Elternstorch anfliegen sehen, kehren sie schnell aufs Nest zurück. So auch heute in Wesendorf. Das Weibchen kam - und in kürzester Zeit waren alle vier Jungen wieder da. Erwartungsfroh kauerten sie sich flügelschlagend im Kreise nieder. Und: Sie wurden nicht enttäuscht. Es gab zu futtern.

Jungentod auch in fortgeschrittenem Alter

    Zuweilen sterben Jungstörche noch in der letzten Phase vor dem Ausfliegen. So nun auch in Ahnsbeck. Bei der heutigen Sichtkontrolle ließen sich nur noch zwei Junge vom Männchen füttern. Das dritte Junge wird wohl tot im Nest liegen. Anhand der Ringnummern der beiden anderen Geschwister steht fest, dass es sich um das - von der Größe her beim Beringen - mittlere der ursprünglich drei Jungen handeln muss. 45 Tage ist es alt geworden. Die Todesursache ist unklar. Es kann sich hier wie auch schon im Nachbarort Langlingen um eine Auswirkung der Regenfälle in den Tagen zuvor handeltn.

Dienstag, 4. Juli 2017
Frühstart

    Etwa 60-70 Tage nach dem Schlüpfen verlassen die Jungstörche zum ersten Mal ihr Domizil in luftiger Höhe, um nach einem kurzen Ausflug hoffentlich wieder gut auf dem Nest zu landen. Gestern kam aus Ahnsen (GF) die Nachricht, der in diesem Jahr einzige dortige Jungstorch würde unten auf der Straße lang laufen. Es stand zu befürchten, dass er, weil am 9. Mai und damit erst vor 55 Tagen geschlüpft, noch nicht voll flugfähig war. Vor Ort zeigte sich dann der Jungstorch inzwischen zu Fuß auf einem großflächigen Reiterhof angelangt. war.

    Bei einem Flugversuch erreichte er zwar kurzfristig eine Flughöhe von 1 Meter, landete dann aber nach 20 Metern wieder. Damit war klar: Auf sein nun doch schon weiter entferntes Nest in 15 Meter Höhe würde er es nicht schaffen. Auch in den nächsten Tagen war damit nicht zu rechnen.

    Mit spontaner Hilfe vor Ort wurde er dann ganz allmählich bis in die Reithalle “gelotst”. In einer Ecke dort konnte ich ihn ergreifen und nach Leiferde bringen. Verletzungen hatte dieser Storch nicht davongetragen. Gut genährt war er auch. Warum er vorzeitig das Nest verlassen hatte, bleibt unklar. Vielleicht hatte ihn bei seinen Flügelkräftigungsübungen auf dem Nest eine Windboe erwischt. Nun ist er erstmal in Sicherheit vor Autos, Hunden, Füchsen und anderen Gefahren und kann dann mit anderen Jungstörchen in Leiferde “richtig” ausfliegen.

Samstag, 1. JuLi 2017
Dauerregen-Verluste bei den Jüngeren, erste Starts bei den Älteren

    Seit drei Tagen regnet es - zuweilen mit sehr starken Niederschlägen. Nun werden mir die ersten Verluste gemeldet. Betroffen hat es im Kreis Celle Jüngere unter den Nestlingen. In Jeversen gab es am Freitag ca. 60 mm Niederschlag. Das überlebte das einzige Junge des zweijährigen Brutpaares nicht. Es starb mit 35 Tagen in einem Alter, in dem das Federkleid noch nicht voll wasserschützend ausgebildet ist. Ähnliches trifft auf eins der beiden Jungen in Langlingen zu. Es wurde 32 Tage alt. Sein Nestgeschwister hat überlebt.

    Zuvor gab es schon einen Verlust in Vorhop (GF). Dort lebt seit dem Unwetter mit Orkanböen am 22. Juni auch das letzte übriggebliebene Junge nicht mehr. Der Jungstorch, der in Isenbüttel mehrere Tage lang tot über dem Nestrand ring, wurde gestern von den Eltern ganz aus dem Nest geworfen. Anhand seiner Ringnummer ist zu erkennen, dass es sich um den bei der Beringung kleinsten der vier Jungen handelt. Die drei älteren Nestgeschwister haben es bis jetzt geschafft.

    Bei den anderen älteren Jungstörchen in den Nestern waren zumindest bis gestern Abend keine Verluste zu verzeichnen. Ja, einige wagten trotz der witterungsbedingten Widrigkeiten ihre ersten Abflüge vom Nest, so in Hoitlingen und Wesendorf (Meldung Friedrich Börner und Hans-Christian Albrecht) und auch in WOB-Warmenau (U. Fritzsche).

Zur Abwechslung mal ein Junges mehr.

    Normalerweise reduziert sich die Zahl der anfangs geschlüpften Jungen im Laufe der Zeit immer weiter. Eine Überraschung erfuhr ich hingegen gestern in Wasbüttel. In der dortigen Spätbrut wird seit dem 20. Juni gefüttert. Nachdem zunächst immer nur ein Junges zu sehen war, stellte sich nun heraus: es sind doch zwei. Die werden in diesem Alter beim Wetter wie zur Zeit von den Eltern noch voll zugedeckt (gehudert).

 

 

 

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