2. Quartal 2021 - Weißstörche in den Landkreisen Celle und Gifhorn

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2. Quartal 2021

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Mit dem 17. Mai endete die Frist, innerhalb derer Weißstorchpaare als "Nestpaare" gezählt werden, wenn sie mindestens vier Wochen Nestbindung haben. Die gegenwärtige Anzahl der Nestpaare kann sich nur noch dann verringern, wenn die Störche vor Ablauf der vier Wochen das Nest wieder verlassen haben. Sollten jetzt noch Störche eintreffen, werden sie als "Besuchsstörche" registriert. Sinn dieser Unterscheidung ist es, Doppelzählungen zu vermeiden.

Weißstorchpaare im Kreis Celle
Adelheidsdorf (1), Ahnsbeck (2), Altencelle (Brutabbruch), Altencelle-Burg, Bannetze-Wiesen (Brutabbruch), Bannetze-Holzweg, Bleckmar (Brutabbruch), Bockelskamp (1), Celle-Stadt, Großmoor (2), Hambühren (Brutabbruch), Hohne (4), Hornbostel (2), Jeversen (2), Langlingen-Mylius, Langlingen-Schleuse (3), Meißendorf (Brutabbruch), Nienhagen (3), Offensen, Oldau (2), Stedden (Brutabbruch), Wathlingen (4), Wieckenberg, Winsen-Jann Hinsch Hof (1), Winsen-Schornstein (2), Wolthausen (1)
derzeit insgesamt 26 Paare ( Vorjahr 23 Paare)

Weißstorchpaare im Kreis Gifhorn
Adenbüttel (Brutabbruch), Ahnsen (Brutabbruch), Allerbüttel (2), Ausbüttel (2), Barwedel, Bergfeld, Betzhorn (Brutabbruch), Böckelse, Calberlah (Brutabbruch), Dannenbüttel (2), Didderse (3), Dieckhorst (Brutabbruch), Ettenbüttel (2), Gerstenbüttel (3), GF-Kästorf (1), GF-Lehmweg (3), GF-Winkel (brüten nicht), Groß Schwülper (brüten nicht), Hankensbüttel (3), Hillerse (Brutabbruch), Hoitlingen (2), Hülperode (2), Hülperode-Grenzweg (3), Hülperode a.d. Alten Zollhaus (brüten nicht), Jembke (2), Klein Schwülper-Baum (2), Klein Schwülper-Süd/Okeraue (2), Knesebeck (2), Lagesbüttel-Rotdornallee (4), Lagesbüttel-Schunterbrücke (4), Leiferde NABU AZ-Mast 1, Leiferde NABU AZ Mast 2 (1), Leiferde NABU AZ-Schornstein (Brutabbruch), Leiferde-Kirche, Leiferde-Klotz, Leiferde-Plack, Lüben (2), Neudorf-Platendorf 99C (Brutabbruch), Neuhaus, Osloß H41 (2+1*), Parsau-Ort, Ribbesbüttel (Brutabbruch), Rötgesbüttel (2), Rothemühle im Winkel (4), Rothemühle-Mühle (2), Rühen (2), Schönewörde (3), Tappenbeck (4), Teichgut (3), Triangel, Tülau-Fahrenhorst (2), Ummern-Ost (4), Ummern-West (2), Volkse (1), Vollbüttel, Vorhop (3), Wahrenholz (2), Walle (3), Wasbüttel (1), Wesendorf-Mitte (3), Westerholz (Brutabbruch), Weyhausen-Süd/Hohe Horst (Brutabbruch), Weyhausen-West (3), Wittingen (Brutabbruch), Zasenbeck
derzeit insgesamt 63 Paare (Vorjahr 58 Paare)

(1...) aktuelle Anzahl der Jungen ab Beringung bzw. bei Nichtberingung älter als ein Monat
(...1*) Jungstorch in Pflegestation gebracht
Montag, 28. Juni 2021
Lebenslanges Erkennungszeichen?
Von A. Ferdusch erhielten wir diesen Screenshot von den vier diesjährigen Storchenjungen im Nest auf der Kirche in Hohne  (CE). Sofort ins Auge fällt, dass der eine Jungstorch mitten im weißen  Schwanzgefieder eine schwarze Feder hat. Da stellt sich natürlich nun  die Frage: Behält er die nun sein Leben lang oder wird sie bei der  nächsten Mauser wieder verschwinden? Das NABU AZ Leiferde, das ja  alljährlich Storch "Fridolin" an einer bestimmten schwarzen Feder im  weißen Gefieder erkennt, antwortet darauf: Beides ist möglich, daß die  schwarze Feder bleibt, aber auch, dass beim nächsten Mal dann eine weiße  Feder nachschiebt. Übrigens: Dieser Jungstorch mit der schwarzen Feder  wagte gestern als erster von den Geschwistern seinen ersten Abflug -  nach einer Nestlingszeit von 71 Tagen.

Beringt wurden heute die 2 Jungen in Lüben (nach 7 Jahren wieder eine erfolgreiche Brut) und in Vorhop zum ersten Mal seit der Neuansiedlung 2012 nun 3 Junge.
Samstag, 26. Juni 2021
Vor dem ersten Abflug - weitere Beringungen
Es ist doch sehr unterschiedlich, In welchem Alter ein Jungstorch zum ersten Mal vom Nest abfliegt. Dabei spielen auch eine Rolle die Anzahl der Geschwister und die Nahrungssituation. In Hohne (CE) sind die zuerst geschlüpften der vier Jungen jetzt 70 Tage alt - ein erster Abflug steht unmittelbar bevor (Screenshot A. Ferdusch).

Mit Hilfe der Freiwilligen Feuerwehr Gifhorn wurden heute weitere Storchenjunge beringt. In Didderse bedeuten die dieses Mal drei beringten Jungen die zweithöchste Anzahl seit dem Bau der Nisthilfe 2009 auf dem Hof Sunke. 2013 waren es sogar vier Junge. In Gerstenbüttel hatte es bisher noch nie eine Storchenbrut gegeben. Um so erfreulicher, dass in diesem Jahr im Nest auf dem Hof Heuer drei Junge heranwachsen - und das bei einem erst zweijährigen Männchen. In Rötgesbüttel hatte das Weibchen neun Tage nach Zerstörung der Brut durch das Männchen der letzten Jahre noch einmal nachgelegt. Zwei Junge schlüpften und wachsen heran. Es ist dies im Kreis Gifhorn nach Osloß und Ummern-West das dritte Nest, in dem nach Zerstörung der Brut vom Weibchen ein zweites Gelege getätigt wurde.
Donnerstag, 24. Juni 2021
Invasion der Einjährigen
So viele Weißstörche beisammen wie gestern auf einer großen Wiese am Schwarzwasser wurden in der Gemarkung Hohne (Kreis Celle, an der Grenze zum Kreis Gifhorn) vermutlich noch nie gesichtet. 45 Störche in zwei Gruppen hatten sich dort eingefunden. Das wirft natürlich einige Fragen auf: Was waren das für Störche, woher kamen sie, was suchten sie hier? Letzteres war einfach zu beantworten: Die Störche waren mit der Ernte von Regenwürmern und Heuschrecken befasst, und die gibt es offensichtlich auf dieser Wiese nun reichlich. Bei der Klärung ihrer Herkunft erweist sich als hilfreich, dass rund 1/4 alle Störche beringt waren. Acht konnten von Gerd Papenburg abgelesen werden. Das Ergebnis ist nun doch überraschend: sechs waren 2020 beringt worden und somit einjährig, einer 2019 (in CE-Ahnsbeck) und somit zweijährig. Nur einer von ihnen kam von weiter her aus Hessen. Die anderen stammten von Nestern in Kreis Gifhorn (Didderse, Neuhaus, Osloß und Ummern-Ost) einer aus Braunschweig (Riddagshausen-Weddeler Graben). Es ist schon auffällig, dass nahezu alle dieser Ringstörche in die Region zurückgekehrt sind, in der sie selbst aufgewachsen waren. Aus dem Rahmen fällt eine weitere Ablesung: Dieser Storch ist bereits 17 Jahre alt und stammt ursprünglich aus dem Kreis Verden. Vielleicht hat er ja irgendwo einen Brutabbruch erlebt und sich nun einer dieser umherziehenden Nichtbrütergruppen angeschlossen.

Vor wenigen Jahrzehnten, als noch alle Störche in Afrika überwinterten, wäre eine solche Gruppen-Zusammensetzung wie nun die bei Hohne nicht möglich gewesen. Da blieben die Jungstörche 2-3 Jahre in Afrika, bevor sie, brutreif geworden, zurückkehrten. Inzwischen überwintern viele Störche in Spanien, Frankreich und auch schon in Deutschland. Und nicht wenige der Jungstörche vom Vorjahr kehren nun bereits als Einjährige zurück und ziehen in Nichtbrütertrupps durch die Lande. Offensichtlich suchten sie dabei zumindest hier in Hohne die Gesellschaft von Gleichaltrigen. Es gibt ja auch viele Zweijährige, die noch nicht brutreif sind. Von denen war gestern aber nur ein beringter dabei.

Beringt wurden heute weitere Junge im Kreis Gifhorn in Schönewörde (3), Teichgut (3) und Tülau-Fahrenhorst (2).
Dienstag, 22. Juni 2021
Invasion der Einjährigen
Gestern wurden die Storchenjungen in vier weiteren Nestern in der Gemeinde Schwülper beringt, und zwar je 2 in Klein Schwülper Süd-Okeraue und Rothemühle-Mühle, 3 in Walle und 4 in Lagesbüttel-Rotdornallee. Je vier Junge waren es im Kreis Gifhorn bisher schon in Lagesbüttel-Schunterbrücke, Rothemühle-Im Winkel, Tappenbeck und Ummern-Ost gewesen. Die somit aktuell fünf Viererbruten sind ein Indiz dafür, dass es trotz etlicher Brutabbrüche bislang gut um den Storchennachwuchs im Kreis Gifhorn bestellt ist. Von den bisher beringte Jungstörchen ist inzwischen einer der drei in Hülperode gestorben - Ursache unbekannt. Weitere Verluste sind derzeit nicht bekannt. Nach den kräftigen Regenschauern in den letzten Tagen ist die Ernährungssituation weitgehend gut. Dafür spricht, dass auch auf vielen Nestern mit Jungen, die älter als vier Wochen sind, meist ein Altvogel steht. Bei Nahrungsknappheit würden beide Eltern unterwegs sein.

Nicht so gut sieht es im Kreis Celle aus. Zwar gibt es auch hier mit Hohne und Wathlingen aktuell zwei Storchennester mit Viererbruten, in etlichen Nestern befinden sich aber auch nur ein oder zwei Junge. Übrigens: Die Ansiedlung des Uhus am Kloster Wienhausen - Grund dafür, dass das Storchennest dort erstmals seit vielen Jahren nicht besetzt ist - ist abgebrochen. Das eine Junge wurde im Gelände unterhalb der Fensternische gefunden und hat nun Aufnahme im NABU AZ Leiferde gefunden.
Dienstag, 15. Juni 2021
Die letzten Jungen sind geschlüpft - und haben es schwer
Seit Sonntag (13. Juni) wird nun auch in Neuhaus gefüttert. Es war das letzte Storchenpaar im Kreis Gifhorn, das mit der Brut begonnen hatte. Zwar gibt es derzeit mit Leiferde-Kirche, Leiferde-Plack und Vollbüttel  drei Neststandorte, an denen immer noch gebrütet wird. Der errechnete  Schlupftermin ist hier aber bereits um mehrere Wochen überschritten.  Junge werden hier nicht mehr schlüpfen - entweder, weil die Eier  unbefruchtet sind oder weil das Leben in ihnen abgestorben ist. Die seit  Anfang Juni bereits geschlüpften Jungen haben es indes dort schwer, wo  schon länger kein Regen mehr gefallen ist und es für die Storcheneltern  immer schwerer wird, noch an Regenwürmer für den Nachwuchs zu gelangen.
               
Inzwischen liegt auch das Sektionsergebnis für die in Westerholz gestorbenen Jungen vor. Wie schon für Leiferde, Neudorf-Platendorf - und im Kreis Celle für Oldau  - nachgewiesen war die Todesursache eine Pilzinfektion der Atemwege,  hier erneut Aspergillose. Wir gehen davon aus, dass diese Ursache auch  für die anderen vier gleich gelagerten Brutabbrüche im Kreis Gifhorn  gilt. Sie betrifft somit rund 12% aller Bruten mit geschlüpften Jungen.  Es ist dies eine gegenüber den Vorjahren doch auffällige Häufung, der  weiter nachzugehen ist.
               
Beringt wurden heute die Jungen in Ummern-Ost (4), Ummern-West und Ettenbüttel (je 2). Einen weiteren Brutabbruch gibt es in Adenbüttel. Das einzige Junge starb möglicherweise aufgrund des Starkregens dort am vergangen Samstag.
Sonntag, 13. Juni 2021
Duschen - Tränken - Beschatten
Am Freitag habe ich die beiden Storchenjungen in Allerbüttel  beringt. Dabei stellte ich fest: deren Federn waren richtig nass - und das nach längerer Trockenheit und bei 28° im Schatten. Es ist dies eine  Möglichkeit der Storcheneltern, bei großer Hitze ihren Nachwuchs zu  schützen: Sie verabreichen ihnen eine Dusche, indem sie mitgebrachtes  Wasser aus dem Schnabel auf sie herabfließen lassen. Flüssigkeit kühlt.  Das tut den Jungen gut. Außerdem tränken die Eltern die Jungen, indem  sie Wasser direkt in ihre geöffneten Schnäbel hineinfließen lassen. Und  damit die Jungen nicht schutzlos der Sonnenstrahlung ausgesetzt sind,  werden sie von den Eltern beschattet.

Außer den beiden Jungen in Allerbüttel wurden am Freitag auch die drei Jungen in Weyhausen-West beringt.
Donnerstag, 10. Juni 2021
Weitere Brutabbrüche - noch eine Pilzinfektion - etliche neue Dreier
Die Serie der Brutabbrüche setzt sich fort. In Hillerse  waren die Jungen eine Woche alt, als ich gestern feststellen musste:  sie leben nicht mehr Dieser Abbruch ist nun schon der sechste im Kreis Gifhorn (dazu noch zwei im Kreis Celle),  bei dem die Jungen keine zwei Wochen alt wurden. In allen Fällen wird  eine Pilzinfektion vermutet. Sie wurde schon bei den ersten drei  untersuchten Jungen nachgewiesen. Dieses Ergebnis (hier: Mucor Mykose)  erhielten wir nun auch für den ersten untersuchten Todfund im Kreis Celle eines allerdings schon 26 Tage alten Jungen aus Oldau. Hier haben die beiden Geschwister überlebt. Unklar ist die Ursache für den Brutabbruch in Ribbesbüttel  (GF). Dort hätten Junge am Wochenende schlüpfen sollen. Ob dies  tatsächlich geschehen ist, steht nicht fest. Jedenfalls ist nun kein  Leben mehr im Nest und die Altstörche fliegen manchmal auch gemeinsam  ab.
               
Positiv ist zu vermelden, dass sich im Kreis Gifhorn  in etlichen Nestern, in denen die Jungen um den 20. Juni herum  schlüpften, derzeit drei Junge befinden. Auch wenn damit zu rechnen ist,  dass es nicht alle schaffen werden, haben sie dort die kritischen  ersten beiden Lebenswochen schon mal überstanden.
               
Beringt wurden am Dienstag die Jungen in Knesebeck. Dort hatte ich bis dahin immer nur ein Junges sehen können. Um so größer meine Überraschung, dass es doch zwei sind.
Montag, 7. Juni 2021
Tödliche Attacke auf Jungstörche im Nest
Am frühen Morgen wurde ein toter Jungstorch unter dem Nest in Osloß  gefunden. Er wies Stichverletzungen im Kopf- und Nackenbereich auf  (Foto R. Lunde). Beobachtungen vor Ort ließen befürchten, dass dies  nicht das einzige Opfer sein würde. Bis gestern waren noch vier Junge im  Alter von 5 Wochen im Nest gewesen. Deren Beringung war ohnehin für  heute vorgesehen. Bei dem Einsatz mit Hilfe der Drehleiter der FFW  Feuerwehr Gifhorn stellte sich dann heraus: Während zwei Junge  offensichtlich unverletzt waren, wies der dritte ebenfalls  Stichverletzungen im Kopfbereich auf. Er wurde geborgen und ins NABU AZ Leiferde gebracht.
               
Bei der Suche nach den Angreifern richtet sich der Verdacht auf ein junges Storchenpaar, das in den Wiesen bei Calberlah  mit der Brut begonnen hatte, dann aber dort von einem anderen Paar  vertrieben worden war. Schon seit Wochen versuchten die beiden - das  zweijährige Männchen ist anhand seiner Ringnummer zu erkennen- , nun auf  das Nest mit den vier Jungen in Osloß zu gelangen. Bisher wurden sie  immer von den Eltern abgewehrt. Heute morgen aber hat das Angreiferpaar  offensichtlich einen für sie günstigen Moment erwischt, als beide  Elternstörche auf Futtersuche und die Jungen unbewacht waren.
               
Dass  Storchenjunge von anderen Störchen bei einer versuchten Nesteroberung  angegriffen und manchmal dabei sogar getötet werden, kommt vor, so zwei  Junge am 28. Mai 2021 in Volkmarsdorf  (HE - Information M. Spey) Es ist übrigens nicht durch die  Bereitstellung zusätzlicher Nisthilfen zu vermeiden. In Osloß gibt es  davon noch zwei, die nicht besetzt sind. Die Angriffe des jungen  Storchenpaares richteten sich aber von Anfang an nur auf dieses eine  besetzte Nest. Übrigens: Am Nachmittag versuchte erneut ein Fremdstorch  auf dem Nest zu landen. Die beiden Jungen aber wehrten ihn  flügelschlagend mit Schnabelhieben in seine Richtung erfolgreich ab (!  Beobachtung R. Lunde).
               
Außer in Osloß (2+1*) wurden die Storchenjungen heute auch in Ausbüttel (2) und in Volkse (1) beringt.
Mittwoch, 2. Juni 2021
Wenn aus den Eiern keine Küken schlüpfen
Bei den  Weißstörchen schlüpfen die ersten Jungen 32 Tage nach Brutbeginn und  danach im Abstand von 2 Tagen. Doch manchmal schlüpfen keine. Eine  Ursache kann sein: Die Eier waren nicht befruchtet ("taube Eier"). Die  Altstörche merken das nicht und brüten lange über die Zeit hinaus. In  diesem Jahr trifft das in Leiferde auf die Paare im Nest auf dem Kreuz der Kirche , im Nest auf der gekappten Eiche bei Plack und wohl auch in Vollbüttel  an der Kläranlage zu. Bei Erstbrütern wie auf dem Kreuz ist oft der  Grund, dass zumindest ein Partner noch nicht ganz brutreif ist. Bei dem  Paar auf der Eiche verhält es sich anders. Die beiden sind jetzt im  vierten Jahr zusammen - und nur im Vorjahr sind tatsächlich Junge  geschlüpft. Hier könnte eine Unfruchtbarkeit des Männchens der Grund  sein. Bei dem einen "fruchtbaren" Mal im Vorjahr hatte das Weibchen  zunächst noch andere Partner. In Vollbüttel war ja zunächst die  Leiferder Störchin "Mai", bis sie zu "Fridolin" zurückkehrte. So richtig  harmonierte es aber auch mit ihrer Nachfolgerin nicht. Nun sitzt dort  immer noch ein Storch auf den Eiern.

Es kann  aber auch noch andere Ursachen haben, warum keine Küken schlüpfen. Die  Embryos können an Unterkühlung gestorben sein, weil sie, aus welchen  Gründen auch immer, eine Zeitlang nicht bebrütet und gewärmt wurden.  Oder die Embryos waren nicht lebensfähig und sind im Ei gestorben. Bei  einem Ei, das bei der Beringung in Wahrenholz  neben den fünf Wochen alten Jungen lag, stellte sich heraus: Der Embryo  (Foto R. Lunde) war schon sehr weit entwickelt. Aber dann muss es eine  Störung gegeben haben. Der Schädel ist nicht richtig mitgewachsen. Und  noch einen andere Ursache für das Nichtschlüpfen wurde vor einigen  Jahren in Osloss entdeckt: In dem einen Ei wuchsen gleichzeitig zwei  Embryos heran. Die starben, als sie größer wurden und es im Ei zu eng  wurde.

Einen weiteren Brutabbruch gab es in Wittingen. Die Jungen müssen etwa eine Woche alt gewesen sein. Auch hier spricht vieles für eine Pilzinfektion als Todesursache.
Dienstag, 1. Juni 2021
Verdacht bestätigt: Storchenjunge starben an Pilzinfektion
Wenn  innerhalb kürzester Zeit alle Storchenjungen in einem Nest sterben,  liegt der Verdacht auf eine Pilzinfektion nahe. Heute traf der  Untersuchungsbericht zu den ersten drei der eingesandten toten  Weißstochjungen ein. Er besagt: Das tote Junge vom Schornsteinnest im  NABU AZ Leiferde verstarb an einer Infektion der Atemwege durch den Pilz Aspergillus, also aufgrund von Aspergillose. Die beiden toten Jungen in Neudorf-Platendorf starben durch eine Pilzinfektion namens Mucor-Mykose. Von den ebenfalls eingesandten toten Jungen aus Westerholz  warten wir noch auf den Sektionsbericht. Es ist damit zu rechnen, dass  dieser und damit auch die anderen vier Brutabbrüche nach kurzfristigen  Tod aller Jungen - Altencelle, Hambühren (CE) und Ahnsen, Betzhorn (GF) - durch Pilzinfektionen verursacht wurden.

Die  Sporen solcher Pilze sind überall verbreitet. Sie können sich in der  Erde, auf dem Komposthaufen, im Gras, im Futter und auch in  Storchennestern befinden. Unter bestimmten, aber nicht eindeutigen  Voraussetzungen können sie sich explosionsartig vermehren , durch  Einatmen die Hals-und Lungenpartien insbesondere kleiner Jungen befallen  und rasch zum Tode führen.

Gestern und heute wurden im Kreis Gifhorn weitere Storchenjunge beringt: GF-Kästorf  (1), GF-Lehmweg (3), Hülperode (3), Klein Schwülper-Baum (2),  Lagesbüttel-Schunterbrücke (4), Leiferde Mast 1 (2), Mast 2 (1),  Tappenbeck(4), Triangel (3) und Wasbüttel (1).
Donnerstag, 27. Mai 2021
Auffallend viele Totalausfälle bei den bis zu zwei Wochen alten Weißstorchjungen
Es wächst die Zahl der Brutabbrüche in Nestern, in denen alle Jungen innerhalb von 1-2 Tagen. gestorben sind. Im Kreis Celle trifft dies bisher auf Altencelle und nun auch auf Hambühren zu. Im Kreis Gifhorn kam zu den Nestern in Ahnsen, Leiferde-Schornstein und Neudorf-Platendorf nun auch Westerholz hinzu. Am Pfingstmontag lagen die drei Jungen tot unter dem Nest. Heute kommt aus Betzhorn die Nachricht, dass beide Altvögel vom Nest geflogen sind. Dies spricht ebenfalls für Brutabbruch.
               
In  allen sieben (!) Fällen gleich ist das Alter der toten Nestlinge. Sie  waren zwischen ein und zwei Wochen alt, als sie plötzlich starben. Sie  starben allerdings zu ganz unterschiedlichen Zeiten an ganz  verschiedenen Orten, so dass hier keine Zusammenhänge bestehen. Aber was  führte zu ihrem Tod? Futtermangel kann man ausschließen. Es gibt die  ganze Zeit schon genug Regenwürmer, die Hauptnahrung der Jungen in den  ersten Wochen. Die schon seit längerem vorherrschende Witterung mit  Nässe, Kälte und heftigem Wind könnte eine Ursache sein, evtl. verbunden  mit der Anfälligkeit für Aspergillose. Aber eigentlich werden die  Jungen ja noch bis zu einem Alter von 3 Wochen von den Eltern gehudert,  während gerade die älteren Jungen nicht mehr vor der Witterung geschützt  werden können. Doch die weisen bisher nur wenige Verluste auf.
               
Tote  Junge aus drei dieser Nester mit Brutabbruch konnten geborgen und nun  zur Untersuchung eingeschickt werden. Wir erhoffen uns daraus  wesentliche Aufschlüsse über die Ursachen, die zu diesen Todesfällen  geführt haben.
Mittwoch, 26. Mai 2021
Die Storchenberingung hat begonnen
Im Kreis Gifhorn fanden gestern die ersten Beringungen statt. Mit Hilfe der Drehleiter der FFW Gifhorn worden in Dannenbüttel und Wahrenholz je 2, in GF-Lehmweg und Wesendorf  je 3 Junge beringt. In diesem Jahr wie schon im letzten Jahr  coronabedingt nicht zur Vergügung stehen die Hubsteiger der LSW. Dennoch  hoffen wir, mit der Feuerwehr und privaten Hubsteigern einen Großteil  der diesjährigen Jungstörche im Kreis Gifhorn beringen zu können.
               
Im Kreis Celle  finden keine Beringungen statt, da die Beringungserlaubnis für  Weißstorchbetreuer Gerhard Papenburg erst ab 2022 gültig ist. Wir  beringen die Storchenjungen im Alter von ca. 4-6 Wochen im Nest. Dabei  setzt in den allermeisten Fällen bei ihnen der Totstellreflex ein, was  die Beringungen natürlich wesentlich erleichtert. Sollte bei unserer  Ankunft ein Elternteil anwesend sein, wird er vom Nest abfliegen, meist  aus der Nähe das Geschehen beobachten und anschließend wieder auf das  Nest zurückkehren.
Pfingstmontag, 24. Mai 2021
Jugendtreff Gifhorner Störche bei GF-Winkel
Die Störchin DEW 7T 801 gehört dem Jahrgang 2018 an. Sie stammt aus Winsen-Aller (CE). Als Zweijährige bildete sie zusammen mit einem unberingten Männchen ein Verlobungspaar in Stedden  (CE). Zur Brut kam es da noch nicht. Doch nun, im Alter von drei  Jahren, war es soweit. Zusammen mit dem gleichaltrigen Männchen DEW 7T  786 brütete sie ab dem 3. April in Ummern-West  (GF) Bereits drei Tage darauf traf das dortige Männchen vom Vorjahr  ein, vertrieb das neue Männchen und warf die Eier aus dem Nest- vier an  der Zahl. Die Störchin durfte bleiben. Nun hatte sie einen neuen  Partner. Neun Tage darauf tätigte sie ein Nachgelege. Und 32 Tage  danach, am 17. Mai, wurde erstmals gefüttert. Inzwischen ist klar: Aus  dem Nachgelege sind zwei Junge geschlüpft . Das bedeutet: DEW 7T 801 hat  in ihrem ersten Brutjahr insgesamt sechs Eier gelegt. Somit ist nach Osloß nun auch das zweite diesjährige Nachgelege erfolgreich. Mitte der Woche könnte es auch beim dritten Nachgelege in Rötgesbüttel soweit sein.
Donnerstag, 20. Mai 2021
Ein Rätsel ist nun gelöst - nun gibt ein neues
Die ganze bisherige Brutsaison haben wir gerätselt, warum das Storchenest auf dem Kloster Wienhausen  (CE) erstmals seit 1993 in diesem Jahr nicht besetzt ist. Nun haben wir  die Antwort: In unmittelbarer Nähe in einer Fensternische an der  Ostseite hat sich der Uhu  angesiedelt, und der ist durchaus dafür bekannt, dass er gelegentlich  auch den Storchennachwuchs vom Nest holt. Seine Jagdtaktik: Er  attackiert im Dunkeln das Nest, die Storcheneltern fliegen aufgeschreckt  ab, und der Uhu kann sich bedienen. Die Störche wissen darum, haben  vielleicht selbst schon eine Attacke erlebt. Darum meiden sie nun dieses  Nest und werden wohl auch nicht an einem anderen Standort in  unmittelbarer Nähe brüten.
               
Aktuell rätselhaft ist der Tod der drei 14 Tage alten Storchenjungen in Neudorf-Platendorf  (GF). Am Dienstag lagen zwei von ihnen tot unter dem Nest. Einem fehlte  der Kopf. Das dritte Geschwister war wohlauf. Heute morgen aber wurde  es ebenfalls tot aufgefunden, und auch ihm fehlte der Kopf. Vielleicht  kann ja das Untersuchungsergebnis der ersten beiden Jungen Aufschluss  darüber geben, was hier passiert ist.

Infos zur Brut Dieckhorst
Von der Storchenbrut Dieckhorst ist zu berichten: Aus zwei der drei nach Leiferde  gebrachten Eiern sind Junge geschlüpft. Beim dritten hat das Junge  darin heute bereits ein Loch in der Eischale gepickt. Das beinverletzte  Männchen ist letzte Nacht nicht mehr auf das Nest zurückgekehrt. Die  Störchin ist nun allein. Vom zurückgelassenen Ei bzw. dem eventuell  daraus geschlüpften Jungen fehlt jede Spur. Das Nest ist leer, die Brut  abgebrochen.
Dienstag, 18. Mai 2021
Junge im ersten Nachgelege geschlüpft - nun Jungenverluste in einigen Nestern
Im Kreis Gifhorn  wurden in drei Nestern nach dem Brutabbruch und einem Abstand von ca. 9  Tagen von jeweils demselben Weibchen erneut Eier gelegt. Während in Rötgesbüttel und Ummern-West noch gebrütet wird, sind in Osloß  Junge geschlüpft. Fütterungsaktivitäten konnten dort erstmals am 3. Mai  beobachtet werden. Zwei Junge wachsen heran. (Beobachtung und Foto R.  Lunde). Im Kreis Celle wurde in Altencelle-Burg nachgelegt.

In etlichen anderen Nestern ist die Zahl der Jungen gesunken. In GF-Kästorf ist nun nur noch ein Junges zu sehen, in Neudorf-Platendorf ebenfalls . Dort wurden gestern zwei weitere Junge tot unter dem Nest gefunden und heute zwecks Untersuchung eingeschickt. In Wasbüttel  lebt von zunächst vier Jungen jetzt ebenfalls nur noch eins. Weil genug  Nahrung (zumindest Regenwürmer) da ist, haben diese Verluste vermutlich  ihre Ursache in dem wechselhaften Wetter mit Nässe und Kälte.
Montag, 17. Mai 2021
Gelege-Bergung, Unterhaltung aus den Eiern heraus
Das Storchenmännchen in Dieckhorst  hat sich eine schwere Verletzung (Fußbruch?) zugezogen und bewegt sich  nur noch auf einem Bein fort. Damit kann es sich selbst kaum und Junge  schon gar nicht versorgen. Weil wir für diese Tage das Schlüpfen der  ersten Jungen errechnet hatten, wurde heute das Gelege geborgen. Die  örtliche BEMA Biogas stellte kurzfristig einen Hubsteiger zur Verfügung.  Im Nest lagen vier Eier. Ein Junges begann gerade, sich aus dem Ei  heraus zu arbeiten. Dabei unterhielt es sich mit seinem Geschwister aus  dem noch geschlossenen Ei daneben. Diese beiden Eier und noch ein  drittes wurden geborgen und ins NABU AZ Leiferde gebracht.  Im Brutkasten dort wird das Schlüpfen seinen Fortgang finden. Das  vierte Ei wurde im Nest belassen für den Fall, dass es ausgebrütet und  das Junge (sehr unwahrscheinlich) doch ausreichend versorgt werden kann.  Dem verletzten Männchen kann derzeit nicht geholfen werden, da es noch  voll flugfähig ist.
Freitag, 14. Mai 2021
Brutabbruch nun auch bei Fridolin und Mai - Tod der Jungen durch Aspergillose?
Am Mittwoch waren, wie die Webcam zeigte, die drei Storchenjungen im Nest auf dem Schornstein im NABU AZ Leiferde  noch ganz munter. Donnerstag morgen lebte keins von ihnen mehr. Ein  abgeworfenes Junges wurde geborgen und wird zur Untersuchung  eingeschickt. Es spricht, wie auch schon zuvor in diesem Jahr in Ahnsen (GF) und Altencelle (CE), sehr viel für Aspergillose  als Todesursache. Diese Schimmelpilzerkrankung der Atemwege befällt  insbesondere Storchenjunge bis zum Alter von drei Wochen und führt  innerhalb kurzer Zeit zum Tode. Von 103 durch die TiHo Hannover  untersuchten verendeten Storchenjungen starben 45,6% an Aspergillose  (weitere wesentliche Ursachen: Unterkühlung durch kalten Dauerregen,  Nahrungsmangel, Fütterung mit Gummiringen). Aber wie kommt es zu dieser  Erkrankung? Dazu gibt es bisher doch sehr unterschiedliche Erklärungen:  "Die Aspergillus-Sporen kommen überall in der Natur vor. Ihre teilweise  explosionsartige Vermehrung kann besonders bei warmen feuchten  Bedingungen erfolgen. Ins Nest eingetragene frischer Grasschnitt soll  die Schimmelpilzbildung fördern. Gefährdet sind insbesondere durch  Mangelernährung geschwächte Junge. Aspergillose erfolgt häufig nach  gravierenden Temperaturstürzen" ... Nach unseren Erfahrungen traf aber  mal nur das eine, mal das andere zu, und manchmal auch gar nichts von  alledem, wie im Vorjahr in Nienhagen (CE). Und doch waren die Jungen nachweislich an Aspergillose gestorben.
               
Was  können wir als Weißstorchbetreuer tun? Die Antworten von Tierärzten in  der TiHo gingen von " Betreuung nur mit Schutzanzug, Nest vollständig  abtragen, alles desinfizieren" bis "da kann man nichts machen. Das ist  eben in der Natur so". Wir als Betreuer in den Kreisen Celle und Gifhorn  haben wir uns für einen Mittelweg entschieden: Bei mehrfachem Vorkommen  von Aspergillose in einem Nest oder zumindest beim Verdacht darauf  soll, wenn möglich, ein größerer Teil des Nestes abgetragen werden.  Diese Maßnahme führte nun schon in mehreren Fällen dazu, dass im  Folgejahr dort keine Aspergillose auftrat.
Dienstag, 11. Mai 2021
Jungenschlupf, aktuelle Meldungen mit zwei Entwarnungen
Die  Zeit, in der Storchenjunge schlüpfen, erstreckt sich bei uns von etwa  Mitte April bis Mitte Juni, also über zwei Monate hin. Somit sind jetzt  einige Junge schon älter als drei Wochen, während andere ihre Eischale  gerade aufbrechen. Manche Storchenpaare haben erst vor kurzem zu brüten  begonnen. Wieder andere sind jetzt noch mit dem Nestbau beschäftigt, und  einige machen bisher keine Anstalten, noch mit dem Brutgeschäft  anzufangen. Die Erfahrung zeigt: Wenn bis Mitte Mai nicht damit begonnen  wurde, wird die Aussicht auf eine erfolgreiche Brut von Tag zu Tag  geringer.
               
Aktuelle Storchennachrichten: Im Kreis Celle haben sich zwei weitere Paare angesiedelt, und zwar in Becklingen und Wieckenberg. Die Anzahl der Storchenpaare ist damit auf 27 gestiegen (Vorjahr 23). Einen Brutabbruch gab es in Altencelle.  Vermutlich sind die Jungen der Aspergillose zum Opfer gefallen, einer  Schimmelpilzerkrankung der Atemwege, die innerhalb kürzester Zeit zum  Tode führt.
               
Im Kreis Gifhorn wurden zwei tote Störche gemeldet, der eine in einem Graben nahe dem Storchennest in Parsau, der andere auf der B188 östlich von Weyhausen.  Storchenmitbetreuerin Rita Lunde eilte zum Geschehen - und konnte in  beiden Fällen Entwarnung geben. Es handelte sich jeweils um einen toten Mäusebussard.
Donnerstag, 6. Mai 2021
Den Ernstfall geprobt?
Ab einem  Alter von ca. drei Wochen werden die Storchenjungen von den Eltern nicht  mehr gehudert. Wenn sie dann kaltem Dauerregen ausgesetzt sind, kann es  sein, dass sie verklammen und sterben. Gestern begann es in Hohne  (CE) bei kräftigen Böen heftig zu regnen. Das eine Junge, erst 17 Tage  alt, blieb dennoch einige Minuten sozusagen im Windschatten neben dem  Elternstorch sitzen (Screenshot von A. Ferdusch), bevor es dann doch in  die noch schützende elterliche Geborgenheit zurückkehrte.
Dienstag, 4. Mai 2021
Erster diesjähriger Schlupf aus Nachgelege, aber auch ein weiterer Abbruch
Derzeit haben wir im Kreis Gifhorn drei Neststandorte, bei denen die Störchin nach einem Brutabbruch nachgelegt hat. In Osloß  war Brutbeginn der 23. März gewesen. Am 25. März gab es heftige Kämpfe  um das Nest. Dabei wurden die bereits vorhandenen Eier zerstört und dann  die Brut abgebrochen. Am 2. April, also acht Tage danach, begann das  selbe Paar erneut zu brüten. 31 Tage später konnten nun gestern erstmals  Fütterungsaktivitäten festgestellt werden (Beobachtungen R. Lunde). Nun  dürfen wir gespannt sein, ob die Storchenpaare in Ummern-West und Rötgesbüttel,  den anderen beiden Standorten mit Nachgelege, ebenfalls erfolgreich  sein werden. Zugute kam allen drei Paaren, dass der Abbruch jeweils in  der Anfangszeit der Brutphase erfolgt war.
               
Einen Brutabbruch gab es nun gestern auch in Ahnsen.  Die Eltern stehen im Nest. Es wird nicht mehr gefüttert und gehudert.  Die vier Jungen leben nicht mehr. Sie wurden nur zwei Wochen alt  (Beobachtungen Fr. Börner). Da es zuvor weder Storchenkämpfe, noch  Unwetter, noch einen Nahrungsengpass gegeben hat und beide Eltern weiter  anwesend sind, spricht alles dafür, dass die Jungen an Aspergillose  gestorben sind. Diese Schimmelpilzerkrankung der Atemwege mit damit  verbundener Lungenentzündung führt innerhalb kurzer Zeit zum Tode.  Aspergillose ist die häufigste Ursache bei Todesfällen insbesondere von  noch sehr jungen Nestlingen. Da in Ahnsen die Brut ja schon weit  fortgeschritten war, ist hier die Aussicht auf ein Nachgelege nur sehr  gering.
               
Ein weiteres Storchenpaar hat sich nun in Böckelse (GF) niedergelassen. Der eine Partner ist vermutlich identisch mit dem Einzelstorch auf dem Mast Müden-Alleraue, der seitdem dort nicht mehr gesichtet wurde.
Montag, 3. Mai 2021
Derzeit gute Nahrungssituation - nun auch für den Nachwuchs von Fridolin und Mai
Die  Regenfälle der letzten Tage kommen auch den schon geschlüpften Jungen in  den Storchennestern zugute. Regenwürmer gibt es jetzt in Mengen. Eine  Beobachtung am Samstag in Wahrenholz:  Der eine Brutstorch flog vom Nest auf der Kirche in eine nahe gelegene  Wiese und begann zu sammeln. Immer wieder pickte er zum Boden hin. Kaum  eine halbe Stunde später hatte er schon genug geerntet, flog zum Nest  zurück und fütterte die - mindestens - drei Jungen im Alter von knapp  einer Woche mit einem großen Klumpen Regenwürmern. Dieser Regen kommt  genau richtig, nachdem für die ab Mitte April geschlüpften Jungen das  vorhandene Futter (Regenwürmer, Käfer u.a. auch von umgepflügten Äckern)  bisher ausgereicht hatte. In den meisten Storchennestern mit schon  geschlüpften Jungen sind, soweit möglich, derzeit drei bis vier Junge zu  sehen, so in Großmoor, Hohne und Nienhagen (CE) und in Ahnsen (dort aber wohl heute Brutabbruch), GF-Kästorf, GF-Lehmweg, Rothemühle, Tappenbeck, Wahrenholz, Wasbüttel und Wesendorf (GF). Auch dazu zählt nun der Nachwuchs von Fridolin und Mai im Nest auf dem Schornstein im NABU AZ Leiferde,  während in den Nestern auf Mast 1 und 2 bisher ein Junges gesichtet  wurde. Für sie alle dürfte es in nächster Zeit genug zu fressen geben.
Sonntag, 2. Mai 2021
Überbehütet?
Heute vormittag Storchennest GF-Kästorf: Die - gegenüber dem Vorjahr neue - Störchin sitzt über den Jungen. Partner Georg kommt. Sie steht auf. Er füttert. Sie frisst auch etwas  davon - und setzt sich wieder. Partner Georg scheint irritiert.  Eigentlich hätte er doch jetzt die Jungen hudern und sie sich auf  Nahrungssuche begeben müssen. Nach einigen Minuten fliegt er wieder ab.  Nach einer Viertelstunde kehrt er zurück. Nun geht alles ganz schnell. Sie steht auf, er setzt sich, sie fliegt ab. Auf den ersten Blick  scheint das ein Fall von Überbehütung durch die Störchin zu sein. Sie  kann sich zunächst nicht lösen von den Jungen - möchte sie weiter selbst  schützen und bewahren.
               
Eine Erklärung dafür findet sich im Geschehen fünf Tage zuvor: Sie sitzt auf den da erst seit kurzem geschlüpften Jungen. Georg ist unterwegs. Unversehens erfolgt dann der Angriff: Eine anderer Storch (sehr wahrscheinlich die ostziehende Vorgängerin, die erst jetzt zurückgekehrt ist) greift an, versucht das Nest zu erobern. Es kommt zu einem heftigen Kampf auf dem Nest- mit Hin- und Hergeschubse, aufeinander Einstechen. Keine will nachgeben. Der Hals der Brutstörchin wird  eingeklemmt, ihr Kopf mit Schnabelhieben attackiert, sie blutet. Dann kommt Georg zurück. Mit vereinten Kräften gelingt es, die Angreiferin zu vertreiben. Fast eine halbe Stunde hatte die Auseinandersetzung  gedauert. Es bestand die Befürchtung, dass die Störchin vielleicht sogar  das linke Augenlicht verloren haben könnte. Und konnten die ja noch  ganz kleinen Jungen das alles überlebt haben? Am nächsten Morgen dann  die Entwarnung: Es wird gefüttert. Die Jungen leben. Die Störchin kann  offensichtlich auch mit dem linken Auge sehen. Auf dem Hintergrund  dieses Geschehens am Dienstag wird das Verhalten der Störchin heute  vormittag schon verständlich, zumal kurz zuvor schon wieder ein  Fremdstorch aufgetaucht war.
Samstag, 1. Mai 2021
Überraschende Wendung in Knesebeck - weitere Junge geschlüpft
32  Tage nach Brutbeginn schlüpfen die ersten Storchenjungen. Wenn die  Altstörche aber nach sechs oder noch mehr Wochen immer noch brüten, sind  entweder die Eier taub (unbefruchtet) oder die Embryos in den Eiern  abgestorben (erfroren oder aufgrund chemischer Prozesse). Nach dieser  Rechnung hätten in Knesebeck  (GF) die Jungen ab dem 18. April schlüpfen müssen. Bisher allerdings  und somit schon fast zwei Wochen nach dem errechneten Termin konnten  keine Fütterungsaktivitäten beobachtet werden. Es wurde weiter gebrütet  und gewechselt. Doch nun heute die Überraschung: Es wird erstmals  gefüttert - mit anschließendem großen Resteverzehr. Eine mögliche  Erklärung ist, dass bei den regelmäßigen Kontrollfahrten zwar immer ein  Partner gesessen, die Brut da aber noch nicht begonnen hatte. Es ist  aber auch nicht auszuschließen, dass es sehr bald einen Brutabbruch mit  anschließendem Nachgelege oder neuer Partnerin gegeben hat, ohne dass  wir das gemerkt haben. Beides habe ich bisher nur ganz selten erlebt.
               
Bisher sind außerdem Storchenjunge im Kreis Gifhorn geschlüpft in Ahnsen, Dannenbüttel, GF-Kästorf, GF-Lehmweg, Jembke, Klein Schwülper-Baum, Leiferde Mast 2 (und wohl auch 1), Rothemühle, Rühen, Tappenbeck, Triangel, Wahrenholz, Wesendorf, und Wasbüttel.
               
Seit gestern gibt es nun auch im Nest Weyhausen-Süd/Hohe Horst ein Storchenpaar. Es hatte zunächst in der Deponie WOB gebrütet. Nach dem Brutabbruch dort ist es nun "aufs Land" gezogen. Damit erhöht sich die Zahl der Weißstorchpaare im Kreis Gifhorn auf nunmehr 61 (Vorjahr insgesamt 58 Paare).
Dienstag, 27. April 2021
Schwarzstorch greift Weißstorch-Nest an
Am gestrigen Montag bekamen die auf einem Hofgelände in Hambühren (CE) brütenden Weißstörche unwillkommenen Besuch: Ein Schwarzstorch  versuchte, auf dem Nest zu landen, wurde aber erfolgreich abgewehrt  (siehe Foto!). Er kreiste, gewann an Höhe und kam zurück im Sturzflug,  wobei er den Kopf des einen Nestverteidigers nur knapp verfehlte. Er  kreiste dann noch eine Zeitlang, bevor er aufgab und wieder verschwand.
               
Dass ein an sich ja sehr scheuer Schwarzstorch Weißstorchnester im Ort angreift, kommt relativ selten vor. In Clenze  (Lüchow-Dannenberg) versuchte im Mai 2017 etliche Tage lang ein  Schwarzstorch vergeblich, ins Nest auf der Kirche zu gelangen. Seitdem  taucht er alljährlich an Weißstorchnestern in der Region auf, in diesem  Jahr bereits in Schnega (Information A. Borschel). In Edertal  (Nordhessen) attackierte ebenfalls im Mai 2017 eine Gruppe aus zwei  Weiß- und einem Schwarzstorch das Weißstorchnest. Im späteren Verlauf  der Saison hielt sich ein (der?) Schwarzstorch immer mal wieder in  Nestnähe auf. Vor Augen habe ich auch ein Foto von vor gut fünf Jahren  aus Süddeutschland, wo auf demselben Gebäude zwei Meter unterhalb des  besetzen Weißstorchnestes ein Schwarzstorch sein Nest baute.
               
Eine  mögliche Erklärung für solches ungewöhnliche Schwarzstorchverhalten  könnte eine Fehlprägung in einer Aufzucht/ Pflege gemeinsam mit  Weißstörchen sein. Eine etwas mißverstandene Revierverteidigung wird es  im Fall Hambühren wohl kaum sein, denn auch im weiteren Umkreis ist kein  Schwarzstorchvorkommen bekannt. Oder handelt es sich vielleicht um eine  fehlgesteuerte erwachende Brutreife?
               
Neue Weißstorchinformationen: Ein Paar mit einem zweijährigen, aus Wendeburg (PE) stammenden Männchen hat sich seit Sonntag in GF-Winkel niedergelassen und tags darauf auch schon heftige Kämpfe mit weiteren Interessenten bestanden.
Sonntag, 25. April 2021
Weitere Nachgelege, zwei neue Brutabbrüche und eine Gefährdung
Am 5. April hatte das vorjährige Männchen des Nestes Ummern-West  (GF) seinen diesjährigen Nachfolger vertrieben und die Eier zerstört.  Es stellte sich nun die Frage, ob das ja gebliebene Weibchen nach einer  Pause erneut legen würde. Dies ist der Fall, es wird wieder  festgebrütet. Somit gibt es nach Osloß  auch bei der zweiten in diesem Jahr abgebrochen Brut ein Nachgelege.  Übrigens: die Befürchtung, in Ummern könnte ja jetzt auch noch die  Störchin vom Vorjahr zurückkommen und ihrerseits auch die zweite Brut  zerstören, ist relativ unwahrscheinlich. Ich konnte sie am Mittwoch als  neue Partnerin des Storchenmännchens in Lüben (GF) ablesen. Aktuell sieht es ferner danach aus, dass nun auch in Rötgesbüttel, dem dritten Nest mit dem Abbruch am 14. April, wieder gebrütet wird.
               
Die Hoffnung auf ein Nachgelege bleibt nun in Altencelle-Burg  (CE). Gestern erfolgte dort der Brutabbruch, nachdem bei Kämpfen um das  Nest das Gelege zerstört worden war. Ein weiterer Brutabbruch fand  heute in Calberlah-Wiesen statt. Das erst zweijährige Männchen ist nicht mehr da. Nun sind beide Partner ohne Ring. In Dieckhorst  (GF) wird das neue Nest mit dem bereits bereits brütenden Paar seit  fünf Tagen von einem dritten Storch attackiert, bei dem es sich  möglicherweise um einen der Brutstörche vom Vorjahr auf dem nahen Mast Müden-Alleraue handelt. Noch kann sich das Paar behaupten und sein Gelege schützen.
Freitag, 23. April 2021
Weitere Junge geschlüpft - nun 10 Paare in der Gemeinde Schwülper
Nachdem  das 2. Ei gelegt ist, brüten die Störche fest. 32 Tage später schlüpfen  die ersten Jungen - oft zwei an einem Tag, da ja die ersten beiden Eier  ziemlich gleichlang bebrütet werden. So schlüpfte, dokumentiert von der  Webcam, gestern in Nienhagen  (CE) zwischen 14.00 und 14.07 das erste und zwischen 15.00 und 15.13  (Information J. Bieda) das zweite Junge. Eine leere Eischale am Nestrand  zeugt auch vom Geschehen. Morgen wird dann mit dem dritten Jungen  gerechnet, mit dem vierten zwei Tage danach. Dieser Schlupfrhythmus fand  seine Bestätigung nun auch im Nest Hoher Hof 36 in Wendeburg  (PE). Schlupftermine waren hier der 19. (2), 21. und 23. April (Meldung  D. Kaufmann). Geschlüpft sind nun auch die ersten Jungen in Winsen/Aller (CE) und Ahnsen sowie Rothemühle (GF).
               
In Groß Schwülper  hat sich seit Sonntag auf der Nisthilfe im Schloßgarten ebenfalls ein  Paar angesiedelt (beide unberingt). Es ist dies das zehnte besetzte Nest  in der Gemeinde Schwülper. Das Nest zwischen den gekappten Zweigen einer Eiche am Parkplatz Altes Zollhaus in Hülperode wächst stetig. Eine Brut scheint möglich. In Ribbesbüttel hält sich seit vier Tagen DEW 6T 430 auf, geschlüpft 2017 in Triangel.  Dieser Storch war bereits 2020 mehrere Tage hier, nachdem das Nest nach  Brutabbruch und Abzug des damaligen Brutpaares wieder leer war.
Montag, 19. April 2021
Auch im Kreis Celle wird gefüttert
Wie im Kreis Gifhorn sind auch im Kreis Celle die ersten Storchenjungen geschlüpft. Im Nest auf der Kirche in Hohne waren heute sogar schon drei Köpfchen zu sehen (siehe Screenshot!). In Großmoor  konnten ebenfalls Fütterungsaktivitäten beobachtet werden. Für die  Jungen, die in diesen Tagen schlüpfen, finden die Storcheneltern Nahrung  auch auf den Äckern, die erst jetzt gepflügt werden. Regenwürmer, die  Hauptspeise für den Storchennachwuchs in den ersten Wochen, Käfer,  Insektenlarven und manches mehr wird dabei freigelegt und kann erbeutet  werden. Einige Zeit später - und damit auch für dann geschlüpfte  Storchenjunge - fallen auch diese Äcker dann als  Storchen-Nahrungsflächen weitgehend aus.
               
Ein erster Storch steht nun auch auf dem Nest in Radenbeck (GF).
Sonntag, 18. April 2021
Nun neun Storchenpaare in der Gemeinde Schwülper
Der Bereich BS-Rieselfelder-ALBA Deponie-Okeraue zieht immer mehr Weißstörche an. An der westliche Seite haben sich in der Gemeinde Wendeburg mit Ortsteilen bereits 10 Paare angesiedelt. Auf der östliche Seite sind es in der Gemeinde Schwülper mit Ortsteilen nun schon neun Paare. Neu gegenüber dem Vorjahr ist das nun besetzte Nest in Rothemühle-Mühle. Dorthin gewechselt ist das vorjährige Paar vom Nest auf der Jagdkanzel in der Okeraue, das nun nicht mehr existiert. Das an seiner Stelle errichtete Nest auf Mast  nahe der Autobahn war mittlerweile schon von einem weiteren ganz neuen  Paar besiedelt worden und stand somit als Alternative nicht mehr zur  Verfügung. Außerdem hat ein ganz junges Paar mit dem zweijährigen  Ringstorch DEW 9T 872 begonnen, auf den gekappten Seitenästen einer  Eiche am Parkplatz vom Alten Zollhaus in Hülperode ein Nest zu bauen. Da sich auch in Lagesbüttel-Rotdornallee  nach zweijähriger Pause wieder ein Paar niedergelassen hat, teilen sich  die nun neun Storchenpaare in der Gemeinde Schwülper so auf: je zwei in Hülperode, Klein Schwülper, Lagesbüttel und Rothemühle, sowie eins in Walle. Nur in Groß Schwülper ist noch kein Nest besetzt.
               
Im Kreis Gifhorn neu eingetroffen ist der zweite Storch in Lüben.
Samstag, 17. April 2021
Die ersten Jungen sind geschlüpft - weitere Paare kommen an
Mit  der Ablage des zweiten Eies beginnen die Störche, fest zu brüten. 32  Tage danach schlüpfen die ersten Jungen. Der früheste Brutbeginn war im Kreis Gifhorn am 15. März in Wesendorf.  Demzufolge müßten jetzt die ersten Jungen geschlüpft sein. Meine  Beobachtungen heute ergaben: ein mehrfaches kurzes Aufstehen des  sitzenden Männchens mit Beschäftigung im Nest, Kopf nach unten gereckt,  mit leisem Schnabelklappern, Unruhe während des Sitzens. Als dann das  Weibchen kam, wurde eindeutig gefüttert mit anschließendem reichhaltigem  Resteverzehr. Und dann - bei 10° Temperatur - setzte sich nun das  Weibchen schnell wieder hin. Nächste Neststandorte mit dem errechneten  Schlüpfen der ersten Jungen sind Wahrenholz, Knesebeck, Ahnsen und Rothemühle. Im Kreis Celle müsste in Hohne der Schlupfbeginn unmittelbar bevor stehen, und anschließend dann in Großmoor, Winsen und Nienhagen.
               
In den letzten vier Tagen haben sich im Kreis Gifhorn weitere Storchenpaare niedergelassen, und zwar in Barwedel, Bergfeld, Gravenhorst (neu!), Hillerse, Parsau-Ort und Rothemühle-Mühle (neu!). Hier müssen die nächsten Tage zeigen, ob sie bleiben.
Freitag, 16. April 2021
Anstieg der Storchenpaare im Kreis Celle
Im Vorjahr siedelten sich 23 Storchenpaare im Kreis Celle an (2018: 19; 2019: 22). Aktuell sind es nun schon 25 Paare. Von den 2020 besetzten Nestern ist allein das auf dem Kloster Wienhausen noch leer. Neu hinzugekommen sind bisher drei Paare, und bei jedem hat zumindest ein Partner schon eine Vorgeschichte.
               
Das Männchen des neuen Paares in Offensen ist DEW 7T 786. Es hatte im vorigen Jahr als Zweijähriger in Müden-Langenklint (GF) gebrütet, bis es dort zu Kämpfen mit Brutabbruch kam. In diesem Jahr widerfuhr ihm das Gleiche nun in Ummern-West (GF). Zu Ostern musste es nach blutigen Kämpfen seinen Platz räumen. Seine neue Partnerin in Offensen ist erst zwei Jahre alt.
               
Seinen ersten Brutversuch startete nun das dreijährigen Männchen DEW 7T 781 in Bleckmar, musste dann aber seinem Vorgänger weichen. Mit einer neuen Partnerin siedelte es sich jetzt auf dem Gelände vom Jann Hinsch Hof in Winsen/Aller  an. Dort hatte es überhaupt erst eine Brut gegeben. 2019 fiel dabei der  Nachwuchs einem Hagelunwetter zum Opfer. Das Besondere an diesem  Standort: es ist nur 600 m von dem Nest auf dem Schornstein der  ehemaligen Schlachterei Kleinschmidt entfernt. Von dem dortigen Paar  waren all die Jahre zuvor weitere Ansiedlungsversuche im Ort verhindert  worden. Wie wird es dieses Jahr sein?
               
Die Brutstörchin 2019 auf dem Jan Hinsch Hof war DEW 4T 459. 2020 brütete sie dann im benachbarten Bannetze.  Dort fand sie diesmal bei ihrer Rückkehr ihren Platz schon besetzt.  Aufgeben wollte sie aber zumindest das Revier nicht. Nun hat sie mit  einem unberingten Partner das Nest im Holzweg bezogen. Dies liegt kaum  200 Meter vom Nest auf der Wiese entfernt. Vor 3 Jahren hatte das schon  mal ein junges Paar versucht. Es konnte sich dort aber nicht behaupten,  war nach wenigen Tagen weitergezogen und hatte sich in Meißendorf-Breliendamm niedergelassen. Ob es in diesem Jahr möglich sein wird, dass in Bannetze erstmals überhaupt zwei Paare brüten?
Mittwoch, 14. April 2021
Nun doch Brutabbruch in Rötgesbüttel - neue junge Paare angekommen
Nun hat es der langjährige ostziehende männliche Brutstorch in Rötgesbüttel  (GF) doch noch geschafft, "sein" bereits besetztes Nest zurück zu  erobern. Beim ersten Versuch, das neue Männchen zu vertreiben, hatte er  Erfolg gehabt - aber nur für einen halben Tag. Dann musste er seinem  Nachfolger wieder weichen. Erstaunlich war, dass die Eier die damaligen  heftigen Kämpfe heil überstanden hatten. Es wurde weiter gebrütet (siehe  6. April 2021) - bis heute morgen. Da gelang es dem alten Männchen dann  erneut , das neue zu vertreiben und dessen Stelle einzunehmen. Diesmal  zögerte es nicht, die nun bereits seit 16 Tagen bebrüteten Eier aus dem  Nest zu werfen. Reste davon fand ich unten auf dem Boden. Ob auch jetzt  noch ein Nachgelege des weiter dagebliebenen Weibchens erfolgen kann,  ist ungewiß.
               
Weiter sind vor allem junge Storchenpaare unterwegs. In Gerstenbüttel  (GF) ließ sich ein Paar nieder, bei dem ein Partner vor zwei Jahren in  Betzhorn (GF) beringt wurde. Gestern hatte es zunächst ohne Erfolg  versucht, das Paar in Müden-Dieckhorst  zu vertreiben und war anschließend auf die Nisthilfe im Nachbarort  gezogen. Es blieb auch heute dort. Ein unberingtes Paar ließ sich in Hillerse nieder, ein beringtes in Barwedel. Ob sie bleiben werden? Übrigens: Nun hat auch das sechste Paar in Leiferde, das in kurzer Zeit auf einer Schornstein-Abdeckung ein Nest gebaut hatte (siehe 12. April 2021), mit der Brut begonnen.
Montag, 12. April 2021
Storchendorf Leiferde: Sechstes Paar siedelt sich an
Weißstörche  haben oft ihr festes Revier, das sie vehement gegen Konkurrenten  verteidigen. Sie können aber auch in Kolonien brüten. In Leiferde (GF)  siedelt sich derzeit ein sechstes Storchenpaar an. Zunächst versuchte  es, den zu der Zeit meist alleingelassenen Fridolin vom Nest auf dem  Schornstein im NABU AZ zu vertreiben. Das gelang nicht. Vor gut zehn  Tagen begann es dann, auf einer Schornstein-Abdeckung in der Hauptstraße  nebenan erste Zweige einzutragen. Anfangs fielen die meisten von der  welligen Unterlage wieder runter. Inzwischen aber hat das Paar  erhebliche Fortschritte beim Nestbau gemacht (Foto Fr. Börner vom  09.04.21). Die Hausbesitzer verzichten derzeit auf die Nutzung ihres  Kamins, zu dem dieser Schornstein gehört. Nun sind alle gespannt, ob das  junge Paar mit dem erst zweijährigen Männchen DEW 9T 610 auch schon zur  Brut schreitet.
               
Mit  seinen nun sechs besetzten Nestern weist Leiferde durchaus schon eine  kleine Storchenkolonie auf. Eine wesentliche Ursache für eine  Koloniebildung ist, dass sich Störche gerne dorthin ziehen, wo bereits  mehrere Artgenossen sind. Dies ist in Leiferde allein schon durch die  Pflegestörche im Freigehege des AZ gegeben. Außerdem sind die  Nahrungsvoraussetzungen mit den nach Osten gelegenen ausgedehnten  Grünlandflächen einschließlich des Viehmoores günstig. Extra gefüttert  werden die sechs Paare samt ihrem Nachwuchs nicht. Zuweilen gelingt es  dem einen oder anderen aber doch, nach der Fütterung der Gehegestörche  einen Happen zu ergattern.
               
Drei  (auf dem Molkereischornstein, Mast 1 und 2) der nun sechs  Storchennester sind auf bereitgestellten Unterlagen entstanden, die  anderen drei (auf gekappter Eiche, dem Kreuz der Kirche und nun der  Schornstein-Abdeckung) von den Paaren selbst gebaut. Eine weitere noch  nicht genutzte Nisthilfe gibt es tief unterhalb des Nestes auf dem Kreuz  der Kirche auf dem Dach der Scheune nebenan. Dieser Standort war aber  dem jungen Paar nicht genehm und wäre vermutlich von dem oben brütenden  Storchenpaar auch kaum geduldet worden. Denn auch in einer  Storchenkolonie gilt meist: Ein gewisser Abstand sollte doch sein.
               
Weitere Storchenrückkehrer melden Zasenbeck (nun 2) und Adenbüttel (2).
Samstag, 10. April 2021
Ost-West Konflikte
Die Kreise Celle (ca. 80% West-, 20% Ostzieher) und Gifhorn  (ca. 75% West- , 25% Ostzieher) liegen in einem Siedlungs-Mischgebiet.  Die Westzieher weisen weiterhin eine steigende Tendenz auf. Aufgrund des  kürzeren Reiseweges treffen sie wesentlich früher wieder bei uns ein  und besetzen dadurch auch Nester, in denen bisher Ostzieher gebrütet  haben. Wenn die dann zurückkommen, kann es zu heftigsten Kämpfen kommen.  So geschah es über Ostern in Rötgesbüttel und in Ummern-West  (GF). Das neue Paar dort hatte ebenfalls schon mit der Brut begonnen.  Das Ostzieher-Männchen eroberte sich seinen Platz zurück. Die drei schon  vorhandenen Eier wurden aus dem Nest geworfen. Das erstmals brütende  Weibchen darf bleiben - zumindest bis ihre Vorgängerin auch zurückkehrt.  Ob es zu einem Nachgelege kommt, ist offen.
               
Gestern nun musste ein ebenfalls dreijähriges Westzieher-Männchen (siehe "sein erster Versuch" vom 17. März) in Bleckmar  (CE) seinem ostziehenden Vorgänger weichen. Hämatome und blutende  Wunden auf dem Rücken des Siegers (!) zeugen von der Heftigkeit des  Kampfes - siehe Foto webcam! Übrigens: Das in Ummern vertriebene Männchen stand gestern mit neuem Weibchen, heute aber solo nun auf der Nisthilfe in Offensen (CE)..
               
Weitere Veränderungen: In Lüben und Zasenbeck ist der erste Storch eingetroffen, in Teichgut, Vorhop und Wittingen (alle GF), sowie in Wathlingen (CE) nun auch der zweite. In Parsau-Ort wurde seit längerem kein Storch mehr gesichtet.
Mittwoch, 7. April 2021
Osloß : Nach Abbruch wird nun wieder gebrütet - Brutabbruch in Ummern-West
Der erste Brutabbruch dieses Jahres im Kreis Gifhorn fand am 24. März statt in Osloß  statt. Das dortige Storchenpaar hatte bereits mit Brüten begonnen, als  ein fremdes Paar das Nest attackierte. Das konnte zwar abgewehrt werden,  aber die bereits vorhandenen Eier überstanden die Kämpfe nicht (siehe Beitrag 25.03.21).  Gebrütet wurde ab dann nicht mehr. Bei Brutabbrüchen insbesondere in  der Brutanfangsphase besteht aber die Möglichkeit, dass nach einer Pause  dann nachgelegt wird. Dies ist nun auch in Osloß der Fall. Am 2. April  und somit 9 Tage nach dem Abbruch nahm das Paar das Brutgeschäft wieder  auf (Meldung R. Lunde).
               
Einen weiteren Brutabbruch gib es aktuell in Ummern-West. Das neue Männchen musste einem unberingtem Konkurrenten weichen und hat sich nun auf sein Vorjahrs-Brutnest Müden-Langenklint zurückgezogen. Unter dem Nest in Ummern wurden zwei zerstörte Eier gefunden (Meldung Fr. Börner).
               
In Rötgesbüttel  soll auch heute wieder um das Nest gekämpft worden sein. Also hat das  vormalige Männchen noch nicht aufgegeben. Die gute Nachricht: Gebrütet  wird weiterhin.
Dienstag, 6. April 2021
Unerwartete erneute Wendung in Rötgesbüttel
Gestern  hatte das nun zurückgekehrte Rötgesbütteler Männchen "sein" Nest , in  dem ein neues Paar bereits mit der Brut begonnen hatte, zurückerobert  und den Konkurrenten vertrieben. Das Weibchen durfte bleiben. Zerstörte  Eier wurden nicht gefunden. Das Weibchen saß dann die ganze Zeit über.  Nur kurz stand es auf, machte sich am/im Nest zu schaffen, setzte sich  wieder. Der Eroberer wusste offensichtlich nicht so richtig, wie er mit  der Situation umgehen sollte. Meist stand er neben ihr, dann setzte er  sich dazu. So ging es bis in den Abend hinein. Fragen kamen auf: Könnte  es sein, dass die Eier die Kämpfe unbeschadet überstanden hatten? Und  wenn ja, war vielleicht auch noch keine Unterkühlung in der Zeit  erfolgt, als sich während der Kämpfe eine Zeitlang gar kein Storch im  Nest befand? Und wie würde das alles nun weitergehen?
               
Heute  vormittag erfolgte dann die überraschende Entdeckung: Das vertriebene  Männchen, zu erkennen an seiner Ringnummer, ist wieder da. Es muss über  Nacht oder am frühen Morgen nun seinerseits den Vorgänger wieder  vertrieben haben. Das Weibchen sitzt weiterhin. Natürlich muss  abgewartet werden, was sich in den nächsten Tagen tut. Aber immerhin  besteht jetzt die Hoffnung, dass es vielleicht doch keinen Brutabbruch  gegeben hat/ geben wird.
Ostermontag, 5. April 2021
Es war/ist zu befürchten: Brutabbruch in Rötgesbüttel (GF)
Wenn  sich westziehende Weißstörche auf dem Nest von zu der Zeit noch nicht  eingetroffenen Ostziehern ansiedeln, führt das später bei der Rückkehr  der dortigen Nestbesitzer meist zu erheblichen Problemen. Das vorjährige  Paar aus Calberlah-Wiesen hatte sich umorientiert und für das Nest in Rötgesbüttel  entschieden. Die beiden richteten sich dort ein. Vor einer Woche war  Brutbeginn. Doch nun ist dort Schluß mit der Brut. Gestern war das  ostziehende Weibchen zurückgekommen - und fand sein Nest besetzt. Es ist  dann nach Vollbüttel  gewechselt. Heute traf nun auch das langjährige, ebenfalls ostziehende  Männchen ein. Es kam zu heftigen Kämpfen. Dem Männchen gelang es, seinen  Platz zurück zu erobern und den Konkurrenten zu vertreiben. Die neue  Störchin hingegen durfte bleiben. Nun sitzt sie meistens im Nest. Es  kann gut sein, dass Eier den Kampf unbeschadet überstanden haben. In  diesem Fall wird die Störchin wohl versuchen, sie abzudecken und weiter  zu bebrüten. Die Chance allerdings, dass das Männchen nun Brut und  Brüten seines Vorgängers übernimmt, ist äußerst gering. Ich habe das  jedenfalls noch nicht erlebt. Es ist davon auszugehen, dass das Männchen  die ohne sein Mitwirken entstandene Brut aus dem Nest wirft.
               
Nach Osloß ist dies in Rötgesbüttel bereits der zweite diesjährige Brutabbruch im Kreis Gifhorn.  Viele Fragen stellen sich nun: Wird das vertriebene Männchen es weiter  versuchen, wieder aufs Nest zu gelangen? Wird es nun auf sein  vorjähriges Nest in Calberlah  zurückzukehren, wo sich aber inzwischen ein neues, ganz junges Paar  angesiedelt hat? Bleibt die dreimalige Rötgesbütteler Störchin weiter in  Vollbüttel? Könnte die aktuelle Störchin in Rötgesbüttel  nach dem Brutverlust noch einmal nachlegen? Vieles ist derzeit  ungeklärt. In der nächsten Zeit wird sich herausstellen, ob und wie es  weitergeht.
               
Im Kreis Gifhorn ist nun seit gestern in Schönewörde auch ein Weibchen, allerdings nicht, weil unberingt, das vom Vorjahr. Es könnte die bisherige Störchin aus dem benachbarten Vorhop sein. Das dortige Männchen hatte ja die freigewordene Stelle in Betzhorn eingenommen. In Teichgut kam gestern DEH H8270 an, das Männchen der letzten Jahren und definitiv ein Ostzieher. Im Kreis Celle neu eingetroffen ist ein unberingtes Paar auf dem Nest Langlingen-Mylius.
Ostersonntag, 4. April 2021
Vollbütteler Männchen nun mit neuer Partnerin
Die Verbindung mit Mai, der Störchin aus Leiferde, war beendet. DER A 8118/9 stand einige Tage allein auf seinem Nest in Vollbüttel.  Seit heute aber ist er wieder zu zweit. Allerdings ist nicht seine  vorjährige Partnerin bei ihm gelandet, sondern DEH HM 668, die  Brutstörchin der letzten drei Jahre aus dem vier km entfernten Rötgesbüttel  . Als diese heute dorthin zurückkehren wollte, musste sie feststellen,  dass das Nest besetzt war. Das vorjährige Storchenpaar aus Calberlah war nach Rötgesbüttel  umgezogen. Es brütet bereits. Ob es dann heute früh zu einem Kampf  gekommen ist, ist unklar. Jedenfalls wird weiter gebrütet. Und DEH HM  668 ist nun in Vollbüttel. Ihr Ring ist übrigens wie bei ganz vielen anderen Ostziehern auch teilweise bekotet und darum nicht so leicht abzulesen.
               
Weitere Störche sind im Kreis Celle eingetroffen. In Wathlingen ist heute als erstes das Männchen des Vorjahres angekommen und in Bleckmar nach dem neuen beringten dreijährigen Storch nun gestern ein unberingter . Schon längere Zeit sind auch in Adelheidsdorf zwei Störche.
Kartfreitag, 2. April 2021
Fridolin und Mai brüten (gemeinsam!) - ein sechstes Paar mit neuer Strategie
In den letzten drei Jahren hatten Fridolin und Mai im Nest auf dem Molkereischornstein im NABU AZ Leiferde  gebrütet und gemeinsam vier Junge groß gezogen. In diesem Jahr  allerdings war Mai bald nach ihrer Ankunft zum Nest und dortigen  Männchen DER A 8118/9 in Vollbüttel  gewechselt. Sie kam zwar immer wieder kurz zurück, Paarungen fanden  dabei regelmäßig statt, aber neuer Hauptwohnsitz blieb Vollbüttel - bis  vor gut einer Woche. Ab dann war sie wieder länger in Leiferde,  beteiligte sich sogar an der Nestauspolsterung. In den Nächten blieb sie  dann ganz da. Seit vorgestern wird gebrütet - nun doch wieder gemeinsam  in Leiferde. Das Männchen in Vollbüttel ist wieder allein, kann aber auf seine vorjährige Partnerin hoffen. Die ist als Ostzieherin noch nicht zurückgekehrt.
               
Und was macht nun das ganz junge Paar (es wäre das sechste, das sich in Leiferde  ansiedelt) , das zwischenzeitlich vergeblich versucht hatte, Fridolin  vom Nest zu verdrängen? Es änderte seine Pläne und hat jetzt begonnen,  auf der Regenabdeckung des Schornsteins vom Nachbarhaus Zweige  einzutragen. Vieles fällt aufgrund mangelnder Haftung herunter, aber  erste Nestkonturen sind schon zu erkennen. Ob ein Nestbau an dieser  Stelle allerdings überhaupt möglich ist, muss sich erst noch zeigen.
               
Im Kreis Celle ist neu eingetroffen der zweite Storch in Hambühren. Im Kreis Gifhorn ist das Paar in Tülau-Fahrenhorst nun komplett. Das Männchen in Hoitlingen ist auch nicht mehr allein. Seit gestern ist ein neues Weibchen da. Sie sind dabei, sich aneinander zu gewöhnen.
Hans-Jürgen Behrmann
Weißstorchbetreuer für die Landkreise Celle (bis 2019) und Gifhorn



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