Nienhagen - Weißstörche in den Landkreisen Celle und Gifhorn

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Nienhagen

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Nest auf einem Hausschornstein im Schafstallweg
Jahr
Ankunft
Ringnummer
flügge Junge
1. Stoch
2. Storch
202214.02.17.02.- wie Vorjahr -0
202120.02.24.02.
(1) DEW T 201
3
202013.02.17.02.- wie Vorjahr - 0
201926.02.13.03.DEW T 201
3
201805.03.09.03.
1
201725.02.15.03.- wie Vorjahr -2
201602.03.13.03.- wie Vorjahr -1
201501.03.09.03.- wie Vorjahr -3
201411.03.28.03.- wie Vorjahr -0
20131.03.28.03.- wie Vorjahr -2
201204.03.(07.03.)
17.03.
(DEW 3X 973)
(1) DEW T 201
1
201106.03.10.03.- wie Vorjahr -2
201001.03.15.03.- wie Vorjahr -2
200911.03.15.03.- wie Vorjahr -1
200805.03.11.03.- wie Vorjahr - 0
200706.03.18.03.- wie Vorjahr - 2
200620.03.20.03.(1) DEW T 201
3
200518.03.28.03.
2
200420.03.28.03.
5
200314.03.18.03.
2
2002(29.03.)
03.04.
28.04.
1
200128.03.02.04.
3
2000(20.03.)
12.04.
16.04.
3
199914.04.14.04.3
2022
Spannend war hier, ob "Bob", so wird das Männchen der letzten Jahre genannt, überhaupt wieder kommen würde. Mit seinen nun 22 Jahren ist er der älteste bekannte Storch im Landkreis Celle. Aber am 14. Februar stand ein Storch auf dem Nest, der unten am Fuß einen Metallring hat, und das war ganz klar das Erkennungszeichen: "Bob" ist wieder da! Und wie es so seine Art ist, fing er auch gleich an das Nest zu renovieren. Drei Tage später traf seine Partnerin ein. Ab den 19. März wurde gebrütet, und ab dem 21. April waren zwei kleine Köpfe zu sehen. Tage später waren es sogar vier kleine Störchlein. Aber einige Tage später war leider nur noch einer lebend im Nest. Die anderen waren nachweislich an Aspergillose verstorben. Die Aspergillose ist eine Erkrankung des Atmungstraktes, eine Infektion erfolgt über das Einatmen von Schimmelpilzsporen. Sind Jungstörche bereits durch Futtermangel, Krankheit oder Wettereinflüsse geschwächt, kann die Aspergillose zum Tod führen.

Am 24. Mai sollte nun der letzte junge Storch beringt werden. Oben am Nest war schnell klar: Er ist viel zu leicht und zu klein für sein Alter. Voller Hoffnung wurde er trotzdem beringt. Aber leider ist er am 25. Mai auch verstorben. Damit ist in diesem Jahr kein Storch aus dem Nienhagener Nest ausgeflogen.
2021
Das Männchen mit der Ringnummer DEW T 201 erscheint mit der ersten Gruppe am 20.02. Er wurde im Jahr 2000 in Eekholt beringt. Mit 21 Jahren ist er der älteste bekannte Weißstorch im Landkreis Celle. Seine Partnerin kam vier Tage später. Es wurde gebrütet und ab dem 22.04. wurde gefüttert. Es waren vier Küken geschlüpft von denen eines nach einiger Zeit starb. Ab den 02.07. drehten die Jungstörche ihre Runden über dem Nest.
2020
Am Nest im Schafstallweg trafen am 13. und 17.02. die Brutstörche ein, am 17.04. konnte das erste Küken gesichtet werden. Nach weiteren Bruttagen bewegten sich drei kleine Köpfchen im Nest. Leider verstarben innerhalb weniger Tage alle drei Jungstörche. Was war geschehen? Nahrungsmangel konnte es nicht sein, da die Altstörche immer mit genug Futter zum Nest kamen. Da die beiden letzten Küken aus dem Nest abgeworfen wurden, konnten sie geborgen und über das Veterinäramt in Celle zur Ermittlung der Todesursache eingeschickt werden. Am 14.05. traf das Ergebnis ein: die Jungen starben an Herz- und Kreislaufversagen infolge einer durch Aspergillose hervorgerufen Lungenentzündung. Aspergillose ist eine die Atemwege befallende Schimmelpilzerkrankung. Sie gilt als Haupttodesursache bei Jungstörchen, insbesondere in den ersten Lebenswochen.

Da sich im Nest noch taube Eier befanden, konnte man in den Wochen danach die Störche immer noch bei der (erfolglosen) Brut beobachten.
2019
Lange Zeit sah es so aus, als könnten alle vier Jungen im Nest am Schafstallweg flügge werden. Dann stürzte eins vom Nest herab auf ein Zwischendach und wurde in die Pflegestation nach Leiferde gebracht. Bei dem Sturz hatte es sich eine Grünholzfraktur im Flügelbereich zugezogen. Bisherige Flugversuche dort waren nicht erfolgreich. Hingegen wurden die drei in Nienhagen verbliebenen Geschwister flügge.
2018
Das nun achtzehnjährige Männchen brütete zum 13. Mal in Folge in Nienhagen. Zu dem/den Weibchen kann, da stets unberingt, keine Aussage getroffen werden. Diesmal wurde von Anfang an immer nur ein Junges gesichtet. Der Grund zeigte sich dann bei der Beringung. Außer dem Jungen befanden sich auch zwei unbefruchtete Eier im Nest. Das Einzelkind flog am 22. Juli ab.
2017
Von zunächst drei Jungen wurden zwei flügge. Während die Nienhagener Jungen sonst sehr bald danach bereits im Juli abgezogen waren, blieben sie diesmal bis Ende August. Grund für ihr langes Bleiben waren die optimalen Nahrungsbedingungen in den Überschwemmungsflächen von Aller, Fuhse und Aue, in denen sich über Wochen bis zu 35 Störche aufhielten, darunter auch viele diesjährige Jungstörche aus dem gesamten Celler Raum.
2016
Das Männchen brütete hier nun schon zum elften Mal in Folge. Ob dies auch für das unberingte Weibchen zutrifft, kann man natürlich nicht sagen. Jedenfalls war in all den Jahren noch nie ein Weibchen beringt. Bei der diesjährigen Brut hat es wohl Verluste durch Nestkämpfe gegeben. Ein Ei lag mehrere Tage am Nestrand. Mindestens zwei Junge müssen trotzdem geschlüpft sein. Eins wurde bald tot unter dem Nest aufgefunden. Das andere flog aus.
2015
Anfangs hielten sich beide Altstörche wie im letzten Spätsommer mehr im benachbarten Adelheidsdorf auf. Dann entschieden sie sich aber doch wieder für ihr Stammnest in Nienhagen. Mindestens vier Junge schlüpften. Eins starb im Alter von zwei Wochen. Obwohl da schon ein großer Brocken wurde es von einem Elternteil aufgefressen. Drei Junge und damit so viele wie zuletzt vor neun Jahren. wurden flügge. Mitte August zogen die Eltern dann wieder nach Adelheidsdorf um.
2014
Anfangs wurden zwei Junge im Nest gesichtet. Dann war es nur noch eins. Nach dem großen Regen lebte auch dieses, das sich da gerade im gefährdeten Alter von 30 Tagen befand, nicht mehr. Mitte Juni fiel auf, dass die Eltern kaum noch zum Nest zurückkehrten. Dann stellte sich heraus, dass sie sich in Adelheidsdorf nach Vertreibung des dortigen jungen Paares ein neues Domizil gesucht hatten. Fortan besuchten sie ihr Stammnest in Nienhagen nur selten. Wenn allerdings fremde Störche im Gebiet auftauchten, waren sie sofort wieder zur Stelle und verteidigten es. Das Männchen verließ als letzter Storch den Kreis Celle erst am 5. September.
2013
Als das Männchen ankam, war hier noch Winter. Das blieb auch noch fünf Wochen so. Da war die Nahrung knapp. Ich konnte das Männchen bei einer erfolgreichen Maulwurfs-Jagd auf der Mädchenwiese in Großmoor beobachten. Dorthin kehrte es noch mehrfach zurück, bis das dortige Männchen und fast zeitgleich das Nienhagener Weibchen eintrafen. Ab dann wurden die gegenseitigen Reviergrenzen respektiert. Ein Junges wurde noch vor dem Dauerregen Ende Mai tot abgeworfen. Die anderen beiden wurden problemlos flügge.
2012
Zunächst erschien ein neues Weibchen. Nach anfänglicher Ablehnung wurde es vom bisherigen Männchen doch akzeptiert. Als aber dann ihre Vorgängerin eintraf, hatte die Neue keine Chance. Sie wurde vertrieben. In der Zusammensetzung der letzten Jahre brütete das Paar drei Junge aus. Zwei von ihnen starben relativ bald, ohne dass eine Ursache erkennbar war. Das dritte wurde flügge.
2011
Zum sechsten Mal in Folge kam das beringte Männchen - beim ringlosen Weibchen kann diesbezüglich keine Aussage gemacht werden. Wie schon mehrfach in Nienhagen zogen die Jungen als erste im Kreis Celle ab (21. Juli), während die Eltern dies als letzte taten (11. und 15. September). Offensichtlich müssen die Nahrungsbedingungen in der zweiten Julihälfte relativ ungünstig sein, sich aber dann im Spätsommer wieder verbessern.
2010
Die zwei (von zunächst drei) flüggen Jungstörche verließen Nienhagen am 30. Juli. Bereits 16 Tage danach wurde einer von ihnen in 852 km Entfernung in Frankreich leider tot aufgefunden. Die Todesursache ist nicht bekannt – am häufigsten geschieht dies durch Stromschläge beim Versuch, auf Masten zu rasten, und durch Kollision mit den Leitungen oder mit Fahrzeugen.
2009
Wieder wurde von Anfang an nur ein Junges beobachtet. Das aber überlebte, wurde als erster Jungstorch im Celler Land flügge und verließ bereits am 18.07. das Nest. Eine Woche später war er wieder da und ließ sich noch einmal vier Tage lang durchfüttern, bevor er endgültig abzog.
2008
Diesmal erschien das beringte Männchen zuerst. Während der Brutzeit kam es mehrfach zu Angriffen von Fremdstörchen. Ob dabei Eier zerstört wurden, bleibt unklar. Anfang Mai lag ein befruchtetes Ei zerstört unter dem Nest. Gleichzeitig fanden erste Fütterungen statt. Es war aber immer nur ein kleines Köpfchen zu sehen, das sich ab und zu hochreckte. Um Pfingsten herum wurde nicht mehr gefüttert, das Kleine wenig später tot aus dem Nest geworfen. Somit wurden erstmals seit 1997 in Nienhagen keine Jungen flügge.
2007
Zunächst kam das Weibchen, dem sich bald das Männchen aus dem benachbarten Großmoor zugesellte. Dann aber traf das beringte Männchen des Vorjahres ein und vertrieb nach blutigem Kampf den Nebenbuhler. Von den drei Jungen verstarb eins noch im Alter von 4 ½ Wochen durch Verblutung infolge innerer Verletzungen. Ob diese ihm, der schon ziemlich geschwächt war, durch ein Elternteil zugefügt wurden, ist nicht zu klären. Ungewöhnlich war auch, dass die beiden anderen Jungen gerade mal zehn Tage nach dem ersten Flüggewerden extrem früh bereits Mitte Juli Nienhagen verließen.
2006
Wenn zwei Störche zusammen eintreffen, ist oft mindestens einer von ihnen gegenüber dem Vorjahr neu. So war es in diesem Jahr auch in Nienhagen, denn das Männchen war beringt - mit der Nummer DEW T 201. Im Jahr 2000 im Tierpark Eekholt/SH geboren hatte es die letzten beiden Jahre im Storchendorf Rühstädt/BB an der Elbe gebrütet. Möglicherweise ist es diesmal in Nienhagen hängen geblieben, weil es unterwegs die Nienhägener Störchin kennen gelernt und sich ihr angeschlossen hatte. Alle drei Jungen wurden flügge.
2005
Im Vorjahr hatte Nienhagen das Rekordergebnis von fünf ausgeflogenen Jungen zu verzeichnen. Nach dem nasskalten Wetter in der Schlupfphase wurden diesmal nie mehr als zwei gesehen. Sie wuchsen problemlos heran und traten bereits am 08.08. als erste von allen Celler Jungstörchen den Flug ins Winterquartier an.
2004
Zuletzt waren vor 25 Jahren - damals in Eschede - fünf Storchenjunge auf einem Nest groß geworden. Die frühe Ankunft und die günstigen Bedingungen machten es möglich, dass nach einem Vierteljahrhundert dieses besondere Ergebnis auch in Nienhagen Wirklichkeit wurde. Auf dem Nest herrschte drangvolle Enge. Eins der Jungen bekam dann am 24.07. bei ersten Flugübungen einen Stoß, verlor das Gleichgewicht, rutschte über das Dach nach unten und landete unten im Hof. Vor Schreck würgte es erst einmal die zuletzt erhaltene Nahrung aus. So erleichtert versuchte es wieder aufs Nest zurückzukehren - und schaffte es nach etlichen Versuchen tatsächlich. Nachdem die fünf Jungen abgezogen waren, verunglückte eins von ihnen tödlich an einer Stromleitung im Kreis Gifhorn. Drei Tage darauf standen die vier anderen wieder auf dem heimatlichen Nest, ließen sich noch einmal füttern und flogen dann am nächsten Morgen endgültig ab.
2003
Bei einem seiner ersten Ausflüge verfranzte sich der eine der beiden Jungstörche im angrenzenden Gartengebiet und kam von dort nicht mehr hoch. Mit tierärztlicher Hilfe wurde er eingefangen und auf eine Wiese in der Nähe gesetzt. Am nächsten Tag stand der Jungstorch wieder bei dem anderen auf dem Nest.
2002
Der erste Storch tauchte ab dem 29.03. nur sporadisch auf dem Nest auf. Ab dem 03.04. war das Nest dann konstant von einem Paar besetzt. Von den zunächst drei Jungen wurde eins sehr früh tot abgeworfen . Ein zweites, ohnehin schwach entwickeltes fiel dem Dauerregen im Juli zum Opfer. Die beiden Altvögel flogen als letzte im Kreis Celle erst am 22.09. gen Süden.
2001
Das Paar war erstmals seit der Wiederbesiedlung 1994 bereits am 2. April komplett. Einer der beiden flüggen Jungstörche starb, als er nahe Bennebostel in eine Stromleitung flog, die dort mitten durch die Wiesen führt. Mit der Stromversorgung wurden Verhandlungen aufgenommen, die Gefahrenquelle zu beseitigen. Das scheint aber erst möglich, wenn die Ostumgehung gebaut wird.
2000
Das Besetzungsgeschehen verlief anfangs sehr undurchsichtig. Der erste Storch kam sehr zeitig bereits am 20.03. Kurzfristig fand sich auch ein zweiter ein, der aber wieder abzog. Am 12.04 wurde der erste von einem Konkurrenten vertrieben. Der blieb zwei Tage solo. Dann fand sich ein Partner. Die beiden blieben fortan ein Paar und schafften es, drei Junge groß zu ziehen.
1999
Als die ersten beiden Jungstörche am 13.08. abzogen, fühlte sich das dritte offensichtlich noch nicht gerüstet für die große Reise. Er blieb zehn weitere Tage und ließ sich immer wieder auch noch auf dem Nest füttern. Am 23.08. folgte er dann nach – zusammen mit einem Elternteil.  
Hans-Jürgen Behrmann
Weißstorchbetreuer für die Landkreise Celle (bis 2019) und Gifhorn



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Hans-Jürgen Behrmann
Weißstorchbetreuer für die Landkreise Celle ( bis 2019) und Gifhorn



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